Cboe prüft eine Umstellung seiner Bitcoin- und Ether-Continuous-Futures-Produkte auf Perpetual-Futures-Kontrakte. Der Schritt würde die Präsenz von Cboe auf den regulierten US-amerikanischen Krypto-Derivatemärkten ausweiten und seine Produkte enger an Strukturen offshore-basierter Börsen angleichen. Der Vorschlag wurde bekannt, nachdem ETF Store-Präsident Nate Geraci die Möglichkeit am 23.06. in einem Beitrag auf X offenlegte.
Cboe trat 2022 mit Bitcoin Continuous Futures (PBT) und Ether Continuous Futures (PET) in die regulierten Krypto-Derivatemärkte ein. Diese Kontrakte bieten langfristiges Engagement und verwenden tägliche Barausgleiche, die an Spot-Markt-Indizes gekoppelt sind. Infolgedessen vermeiden Händler den manuellen Rollover-Prozess, der in traditionellen Futures-Märkten üblich ist.
PBT und PET enthalten bereits Merkmale, die Perpetual-Produkten ähneln. Sie rollen das Engagement automatisch und unterstützen Laufzeiten von bis zu 120 Monaten. Daher würde ein Wechsel zu Perpetual Futures ein bestehendes Rahmenwerk anpassen und nicht vollständig ersetzen.
Branchenteilnehmer vergleichen Cboes Produkte weiterhin mit denen der CME Group. Die Bitcoin-Futures- und Optionsmärkte der CME halten mehrere Milliarden Dollar an Open Interest über verschiedene Laufzeiten hinweg. Im Gegensatz dazu deuten Marktquellen darauf hin, dass Cboes Continuous Futures eine geringere Handelsaktivität und kleinere Open-Interest-Niveaus aufweisen.
Perpetual Futures entfernen Verfallsdaten und stützen sich stattdessen auf Funding-Rate-Mechanismen, um die Preise mit den zugrunde liegenden Vermögenswerten in Einklang zu halten. Offshore-Börsen wie Binance, OKX und Bybit verwenden diese Kontrakte als ihre primären gehebelten Handelsprodukte. CryptoQuant-Daten zeigen, dass Perpetual Futures im Jahr 2025 ein Handelsvolumen von etwa 61,7 Billionen USD generierten.
Auch US-amerikanische Regulierungsbehörden haben begonnen, die Nachfrage nach diesen Produkten zu berücksichtigen. Am 29.05. genehmigte die Commodity Futures Trading Commission einen Perpetual-Bitcoin-Kontrakt von Kalshi. Die Behörde erließ auch Leitlinien, die den Börsen mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Krypto-Derivateprodukten gaben.
Mehrere Unternehmen bieten nun unterschiedliche Ansätze für kontinuierliches Krypto-Engagement an. Kalshi nutzt eine regulierte Event-Kontrakt-Struktur, während CME weiterhin monatliche und vierteljährliche Futures-Kontrakte anbietet. Coinbase verbindet unterdessen berechtigte US-Händler über seine Derivateplattform und Vermittlungsvereinbarungen mit offshore Perpetual-Märkten.
Cboe nimmt eine Position zwischen diesen Modellen ein. Die bestehenden Kontrakte verfügen bereits über tägliche funding-ähnliche Anpassungen und automatisiertes rollendes Engagement. Infolgedessen betrachten Analysten eine potenzielle Umwandlung als Erweiterung der aktuellen Produktstrategie des Unternehmens.
Die Mai-Maßnahmen der CFTC lösten unmittelbare Reaktionen bei börsenbezogenen Aktien aus. Berichten zufolge fielen die Cboe-Aktien Anfang Juni um etwa 9 %, als die Märkte den künftigen Wettbewerb bewerteten. CME Group und Intercontinental Exchange verzeichneten im gleichen Zeitraum ebenfalls Rückgänge.
Die Debatte weitete sich am 18.06. weiter aus. CME reichte eine Klage gegen die CFTC ein und argumentierte, dass Perpetual Futures gemäß dem Commodity Exchange Act als Swaps qualifiziert werden sollten. Die Behörde wies diese Position jedoch zurück und verteidigte ihren Ansatz als Teil laufender Marktmodernisierungsbemühungen.
Geraci hob die jüngste Entwicklung in einem Beitrag auf X hervor. Er schrieb, dass traditionelle Börsen weiterhin Strukturen übernehmen, die ursprünglich von offshore-basierten Krypto-Plattformen entwickelt wurden. Seine Kommentare erschienen, als die Börsen ihre Bemühungen verstärkten, Aktivitäten im wachsenden Perpetual-Derivatemarkt zu erfassen.
Der Beitrag Cboe Explores Bitcoin and Ether Perpetual Futures Transition erschien zuerst auf Blockonomi.


