Das Europäische Parlament hat die Gesetzgebung für einen digitalen Euro vorangetrieben und die EU damit einem Schritt näher an die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung gebracht, während die USA ähnliche Bestrebungen einzuschränken versucht.
Gemäß einer Entscheidung des Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europäischen Parlaments vom 23.06.2025 unterstützten die Gesetzgeber den vorgeschlagenen Rahmen für einen digitalen Euro – ein wichtiger Schritt im Gesetzgebungsprozess, der den Weg für eine Einführung bis 2029 ebnen könnte.
Die Abstimmung findet statt, während europäische Entscheidungsträger die Abhängigkeit der Region von ausländischer Zahlungsinfrastruktur untersuchen. Von der Europäischen Zentralbank zitierte Daten zeigen, dass Visa und Mastercard 61 % der Kartenzahlungen im Euroraum und nahezu alle grenzüberschreitenden Kartentransaktionen abwickeln.
Europäische Behörden haben argumentiert, dass ein digitaler Euro das Zahlungssystem des Blocks stärken könnte, indem er eine öffentliche digitale Zahlungsoption bietet, die direkt von der EZB ausgegeben wird. Gemäß dem Vorschlag würden Verbraucher digitale Euro in dedizierten Wallets halten, während Banken und Zahlungsanbieter Dienste anbieten würden, die mit dem System verbunden sind.
Innerhalb des vorgeschlagenen Rahmens würde die EZB die Kerninfrastruktur betreiben, während Finanzinstitute kundenseitige Dienste verwalten würden. Dem Vorschlag zufolge könnte das System sowohl Online- als auch Offline-Zahlungen unterstützen und Datenschutzvorkehrungen für Nutzer beinhalten.
Haltelimits für digitale Euro-Wallets wurden noch nicht festgelegt und sind weiterhin Teil laufender Verhandlungen zwischen europäischen Institutionen.
Europäische Behörden haben wiederholt erklärt, dass der digitale Euro Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. Nach der Ausschussabstimmung begrüßte die EZB das Ergebnis und erklärte, dass die Position des Europäischen Parlaments sowohl die Erhaltung von Euro-Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel als auch die Entwicklung einer digitalen Version der Währung unterstützt.
Obwohl die EZB gewarnt hat, dass Stablecoins Risiken für das Finanzsystem schaffen könnten, hat die Zentralbank das Projekt des digitalen Euro als Teil ihrer langfristigen Zahlungsstrategie weiterhin unterstützt.
Anderswo in Asien erkunden Zentralbanken ebenfalls Initiativen im Bereich der digitalen Finanzen. Wie von crypto.news berichtet, sagte der Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, in seiner Antrittsrede im April, dass die Zentralbank Innovationen im Bereich der Blockchain-basierten Finanzen unterstützen werde, während sie die Stabilität der Zahlungs- und Abrechnungssysteme Südkoreas aufrechterhalte. Er fügte hinzu, dass die Bank daran arbeiten werde, die Rolle des koreanischen Won in einem zunehmend digitalen Finanzumfeld zu stärken.
Während Europa die Arbeit an einer digitalen Währung der Zentralbank vorantreibt, verfolgen Entscheidungsträger in den USA einen anderen Ansatz.
Der US-Senat hat kürzlich den 21st Century ROAD to Housing Act mit 85 zu 5 Stimmen verabschiedet. In der Gesetzgebung ist eine Bestimmung enthalten, die die Federal Reserve daran hindern würde, vor Ende 2030 eine CBDC oder ein ähnliches Asset zu schaffen.
Die Position des Senats deckt sich mit Präsident Donald Trumps Unterstützung für privat ausgegebene Stablecoins anstelle einer von der Federal Reserve unterstützten digitalen Währung.
Gleichzeitig arbeiten US-Gesetzgeber weiterhin an kryptospezifischer Gesetzgebung. Der CLARITY Act, der darauf abzielt, einen klareren regulatorischen Rahmen für digitale Assets zu schaffen, wird noch geprüft, während der Kongress über die künftige Struktur des Krypto-Marktes des Landes debattiert.


