Noch gestern machte der Markt einen deutlich stärkeren Eindruck. Bitcoin konnte zwischenzeitlich wieder über 65.000 US-Dollar steigen und weckte damit Hoffnungen auf eine Stabilisierung nach den turbulenten Wochen. Eine der wichtigsten Kursmarken bleibt aktuell die Unterstützung bei 63.460 US-Dollar. Dort befindet sich der Point of Control des aktuellen Volumenprofils. Dabei handelt es sich um den Preisbereich, an dem innerhalb des betrachteten Zeitraums die meiste Handelsaktivität stattgefunden hat. Solche Bereiche gelten häufig als wichtige Gleichgewichtszonen zwischen Käufern und Verkäufern.
Umso wichtiger wäre es gewesen, diesen Bereich nachhaltig zu verteidigen. Aktuell notiert der Bitcoin-Kurs jedoch wieder knapp darunter. Das ist zunächst kein positives Signal, da dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die jüngste Erholung lediglich eine kurzfristige Gegenbewegung innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends war. Noch ist die Situation allerdings nicht entschieden. Sollte es den Käufern gelingen, die Zone um 63.450 US-Dollar zeitnah zurückzuerobern, wäre die Unterstützung weiterhin intakt. In diesem Fall könnte sich das Bild schnell wieder aufhellen.
Bitcoin-Kurs mit Volumenprofil auf TradingView
Der heutige Rückgang ist dabei nicht ausschließlich ein Problem des Kryptomarktes. Auch die Aktienmärkte zeigen nach der starken Rallye der vergangenen Wochen Schwäche. Viele Anleger nutzen die hohen Kursstände derzeit für Gewinnmitnahmen. Hinzu kommen weiterhin Unsicherheiten rund um die Geldpolitik und geopolitische Entwicklungen. Während viele Marktteilnehmer noch immer auf Zinssenkungen hoffen, gibt es zunehmend Stimmen, die ein Szenario mit länger hohen Zinsen oder sogar weiteren Zinserhöhungen nicht vollständig ausschließen. Gleichzeitig sorgen die geopolitischen Spannungen weiterhin für Unsicherheit an den Finanzmärkten.
Auch die Marktdaten bei Bitcoin zeigen bislang keine Rückkehr der Nachfrage. Sowohl das Spot-Volumen als auch das Volumen im Derivatemarkt bleiben schwach. Die aktuellen Orderflow-Daten zeigen weiterhin mehr Verkaufsdruck als Kaufinteresse. Zudem verzeichnen die Spot Bitcoin ETFs zuletzt überwiegend verhaltene Zuflüsse beziehungsweise Nettoabflüsse. Von einer breiten Rückkehr institutioneller Nachfrage kann daher aktuell noch nicht gesprochen werden.
Sollte Bitcoin die Unterstützung bei 63.450 US-Dollar zurückerobern können, würde der Bereich um 73.000 US-Dollar wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Dort befindet sich die nächste größere Widerstandszone innerhalb des aktuellen Volumenprofils. Bis dahin liegt jedoch noch ein weiter Weg vor den Käufern. Zunächst muss die Nachfrage wieder zurückkehren und die Marktstruktur verbessert werden. Solange dies nicht geschieht, bleiben Erholungen anfällig für neue Verkaufswellen.
Interessant bleibt zudem der Blick auf den Bitcoin Cycle Momentum Indikator. Dieser notiert weiterhin unterhalb der neutralen Zone und signalisiert damit, dass der übergeordnete Bärenmarkt nach dieser Messmethode noch nicht vollständig beendet ist. Gleichzeitig hat der Indikator inzwischen den Bereich um -30 Punkte erreicht. Historisch betrachtet entstanden in dieser Zone häufig wichtige zyklische Tiefpunkte.
Für eine echte Trendwende reicht dies allerdings nicht aus. Erst wenn sich neben dem Kurs auch der Indikator wieder nachhaltig verbessert und die neutrale Zone überschritten wird, würde sich das langfristige Bild deutlich aufhellen.
Bitcoin Cycle Momentum. Quelle: CryptoQuant
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