Jim Cramer hat seine Haltung gegenüber Aktien geändert und warnt, dass mehrere Säulen seines bullishen Ausblicks nun ins Wanken geraten. Der Moderator von „Mad Money" sagte den CNBC-Zuschauern, dass Geduld derzeit der richtige Schritt sei.
Der größte Auslöser für Cramers Vorsicht ist der Jobbericht für Mai. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft stieg um 172.000, stärker als viele Analysten erwartet hatten. Die Arbeitslosigkeit blieb bei 4,3 % stabil.

Das klingt nach guten Nachrichten – aber für Aktienanleger ist es das nicht. Eine starke Beschäftigung bedeutet, dass die Federal Reserve wenig Grund hat, die Zinsen zu senken.
Das FedWatch-Tool der CME Group beziffert die Wahrscheinlichkeit nun auf 96%, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Sitzung am 17. Juni unverändert lässt. Eine Reuters-Umfrage ergab, dass 70% der Ökonomen im Jahr 2026 überhaupt keine Zinssenkungen erwarten.
Cramer ging noch weiter und sagte, die Daten seien stark genug, dass eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen sei. Die meisten Ökonomen teilen diese Ansicht nicht, aber die Botschaft ist klar – Zinssenkungen sind vorerst vom Tisch.
Apple war ein weiterer wunder Punkt für Cramer. Die Aktie fiel zwischen dem 04.06. und 10.06. um rund 7%, nach der Worldwide Developers Conference 2026. Neuigkeiten über Siris Integration mit Google Gemini konnten Anleger nicht beeindrucken.
Dann ist da noch Alphabet, das kürzlich eine Kapitalerhöhung von 80 Milliarden Dollar zur Finanzierung von KI-Rechenzentren abgeschlossen hat. Cramer befürchtet, dass wenn andere große Technologieunternehmen mit ähnlichen Kapitalmaßnahmen folgen, dies Geld aus dem breiteren Markt abziehen könnte.
Der SpaceX-IPO fügt eine weitere Ebene der Unsicherheit hinzu. Die Notierung trägt einer berichteten Bewertung von rund 1,7 Billionen Dollar. Cramer sagte, die Nachfrage sei stark und die Aktie werde am ersten Tag wahrscheinlich nicht fallen. Er befürchtet jedoch, dass sie zu einem nicht nachhaltigen Preis eröffnen könnte, was zu einem starken Einbruch führe, der das Anlegervertrauen beschädige.
Der S&P 500 liegt seit Jahresbeginn noch immer um rund 6% im Plus, aber Cramer mahnt zur Vorsicht. Er sagt, Käufer könnten einen besseren Einstiegspreis erhalten, wenn sie warten.
Speziell zu SpaceX sagte Cramer, dass nur sehr langfristige Anleger einen Kauf zur Eröffnung in Betracht ziehen sollten – und schlug sogar vor, Limit Kauf-Orders „für Ihre Enkelkinder" aufzugeben.
Vorerst sieht Cramer beim Einstieg in Aktien auf dem aktuellen Niveau mehr Risiko als Belohnung.
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