Die Microsoft (MSFT)-Aktie ist im Jahr 2026 um fast 20 % gefallen und notierte zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei rund 384 $. Einem Analysten zufolge könnte der Schmerz noch nicht vorbei sein.
Microsoft Corporation, MSFT
Kevin Dempter, Analyst bei Renaissance Macro Research, schickte seinen Kunden diese Woche eine Mitteilung mit einer klaren Botschaft: Kaufen Sie nicht den Markt-Rückgang. Warten Sie stattdessen auf den nächsten Aufschwung – und nutzen Sie ihn als Ausstiegspunkt.
Dempter argumentiert, dass die jüngste Erholung bei Software-Aktien bereits an Fahrt verliert. Seiner Ansicht nach bildet sich im gesamten Sektor ein „massives Topping-Muster", was typischerweise signalisiert, dass ein Aufwärtstrend vor einer Umkehr an Dynamik verliert.
MSFT ist einer von zwei Titeln, die Dempter explizit hervorgehoben hat, neben Palantir (PLTR). Er sagt, beide seien „zuletzt am Widerstand stark unter Druck geraten", was bedeutet, dass die Aktien eine Preisobergrenze erreicht haben und zurückgefallen sind. Sein Rat an aktuelle Halter: auf den nächsten vorübergehenden Anstieg warten und dann aussteigen.
Das ist eine konträre Einschätzung. Microsoft wurde von institutionellen und langfristigen Anlegern lange Zeit als zuverlässiger Wachstumswert behandelt – die Art von Aktie, die man durch Zyklen hindurch hält. Dempter bestreitet die langfristige These nicht, sagt aber, dass das kurzfristige Setup unattraktiv aussieht.
Die Verkaufsempfehlung dreht sich nicht nur um Chartmuster. Dahinter steckt auch eine fundamentale Sorge.
Microsoft hat sich verpflichtet, im Jahr 2026 bis zu 190 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren. Diese Zahl hat einige Anleger nervös gemacht. Die Frage, die im gesamten Hyperscaler-Bereich gestellt wird – bei Microsoft, Meta (META) und Alphabet (GOOGL) – ist dieselbe: Wann beginnen all diese Kapitalausgaben, sich in dauerhaften Einnahmen niederzuschlagen?
Dempter stellt fest, dass der Aktiendruck bei Microsoft weniger auf Befürchtungen einer KI-Disruption zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf Bedenken hinsichtlich der Ausgaben. Das ist ein subtiler, aber wichtiger Unterschied. Der Markt macht sich keine Sorgen, dass KI nicht funktionieren wird – er macht sich Sorgen, dass die Rechnung zu hoch ist.
Dempters Bedenken beschränken sich nicht auf Microsoft. Er sieht auch bei Netflix (NFLX), Disney, AT&T und Meta „große Tops, die sich bilden". Im gesamten Tech-, Medien- und Telekommunikationsbereich rät er Anlegern, aus Titeln auszusteigen, die er als „zunehmend anfällig" betrachtet.
Die Einschätzung steht im Widerspruch zur vorherrschenden Wall-Street-Meinung. MSFT hält derzeit ein Konsens-„Strong Buy"-Rating von 37 Analysten – 35 Kaufempfehlungen und 2 Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 557,64 $, was ein Aufwärtspotenzial von rund 45 % gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert.
Das ist eine große Lücke zwischen Dempters vorsichtiger Haltung und der breiteren Analysten-Community. Aber Dempters Argument dreht sich nicht um die langfristigen Aussichten des Unternehmens – es geht um die kurzfristige Kursentwicklung und das, was ihm der Chart derzeit sagt.
Microsoft hat öffentlich nicht auf die Mitteilung reagiert. Die MSFT-Aktie schloss am Dienstag mit einem Minus von 2,06 %.
Der Beitrag „Bereitet sich die Microsoft (MSFT)-Aktie auf einen größeren Rückgang vor? Ein Analyst denkt so" erschien zuerst auf CoinCentral.

