Die KI-Ausgaben nähern sich laut neuen Prognosen von Goldman Sachs dem zuletzt in der Dot-com-Ära verzeichneten Niveau.
Das Unternehmen erwartet, dass Hyperscaler bis 2026 nahezu den gesamten operativen Kapitalfluss in Investitionsausgaben umleiten werden. Die Prognose hat erneute Diskussionen darüber ausgelöst, ob die aktuellen KI-Ausgaben Renditen erzielen können, die dem Ausmaß der Investitionen entsprechen.
Goldman Sachs prognostiziert, dass Hyperscaler im Jahr 2026 etwa 98 % ihres operativen Kapitalflusses für Investitionsausgaben aufwenden werden. Die Schätzung ordnet die aktuellen KI-Ausgaben nahe dem Niveau ein, das auf dem Höhepunkt des Dot-com-Booms verzeichnet wurde.
Die Diskussion erlangte Aufmerksamkeit, nachdem ein von Global Markets Investor geteilter Marktkommentar auf wachsende Bedenken rund um die KI-Ausgaben hinwies.
Der Beitrag stellte fest, dass große Technologieunternehmen nahezu alle intern generierten Mittel in Richtung Rechenzentren, Computing-Infrastruktur, Netzwerkausrüstung und KI-Hardware lenken könnten.
Das der Analyse beigefügte Diagramm verfolgt die Investitionsausgaben als prozentualen Anteil des operativen Kapitalflusses. Historische Daten zeigen, dass Telekommunikationsunternehmen während des Infrastrukturbooms der frühen 2000er Jahre die Marke von 120 % überschritten. Der breitere Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor erreichte unterdessen auf seinem Höhepunkt fast 95 %.
Hyperscaler hingegen hielten jahrelang deutlich niedrigere Ausgabenniveaus aufrecht. Zwischen 2015 und 2018 investierte die Gruppe etwa 30 % bis 40 % des operativen Kapitalflusses.
Die KI-Ausgaben beschleunigten sich jedoch stark, nachdem die Cloud-Nachfrage zunahm und die Entwicklung künstlicher Intelligenz an Intensität gewann.
Bis 2023 stieg die Quote auf rund 55 %. Goldman Sachs erwartet nun, dass sie 2025 etwa 68 % erreichen wird, bevor sie 2026 auf 98 % zusteuert.
Die Prognose legt nahe, dass nahezu jeder aus dem Betrieb erwirtschaftete Dollar in das Infrastrukturwachstum umgeleitet werden könnte.
Der aktuelle Investitionszyklus wird maßgeblich durch die Nachfrage nach KI-Rechenkapazität angetrieben. Unternehmen bauen weiterhin Rechenzentren aus und kaufen gleichzeitig große Mengen an GPUs und Netzwerkausrüstung zur Unterstützung fortschrittlicher Modelle.
Goldman Sachs erwartet, dass die Investitionsausgaben der großen Technologieunternehmen bis 2027 die Marke von 920 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Im aggressiveren Szenario könnten die Ausgaben auf bis zu 1,4 Billionen US-Dollar steigen. Diese Zahl würde ein Wachstum von bis zu 89 % im Vergleich zu den durchschnittlichen Prognosen für 2026 darstellen.
Gleichzeitig prüfen einige Unternehmen, die KI-Tools einsetzen, ob die KI-Ausgaben ausreichende Renditen erzielen. Das Umsatzwachstum bleibt ein zentraler Fokus, da die Infrastrukturkosten in der gesamten Branche weiter steigen.
Auch der Wettbewerb unter Modellanbietern hat sich verschärft. Der Preisdruck zwischen den großen KI-Entwicklern hat Debatten über die langfristige Rentabilität entfacht. Niedrigere Preise können zwar die Akzeptanz fördern, können aber auch das Umsatzwachstum begrenzen, wenn die Nutzungsausweitung die sinkenden Kosten nicht ausgleicht.
Das Diagramm zeigt, dass Hyperscaler weit über dem historischen Durchschnitt liegen und sich der 100-%-Schwelle nähern. Solche Niveaus deuten darauf hin, dass nahezu der gesamte operative Kapitalfluss in zukünftige Wachstumsprojekte fließen könnte, anstatt in Ausschüttungen an Aktionäre oder andere Unternehmensaktivitäten.
Befürworter des Investitionszyklus verweisen auf die wachsende Cloud-Nachfrage und die breitere KI-Akzeptanz. Andere konzentrieren sich weiterhin darauf, ob KI-Ausgaben ein Umsatzwachstum erzeugen können, das in der Lage ist, das Ausmaß der aktuell geplanten Kapitalverpflichtungen zu tragen.
Da sich die Prognosen bis 2026 und 2027 erstrecken, bleibt die KI-Ausgabenentwicklung eines der meistbeobachteten Themen auf den globalen Finanzmärkten. Investoren beobachten weiterhin, ob die Infrastrukturnachfrage und die kommerzielle Akzeptanz in einem Tempo voranschreiten, das mit der steigenden Kapitalallokation Schritt hält.
Der Beitrag „KI-Ausgaben nähern sich dem Niveau der Dot-com-Ära, während Hyperscaler die Infrastrukturinvestitionen hochfahren" erschien zuerst auf Blockonomi.


