Das norwegische Industrie-KI-Softwareunternehmen Cognite wird von Schneider Electric übernommen. Der 3,1-Milliarden-Dollar-Deal ist Norwegens bisher größter Software- und KI-Exit.
Aker ASA und die verbleibenden Cognite Holding B.V.-Aktionäre beschlossen, Schneider Electric alle ihre Anteile zu verkaufen. Die Konditionen wurden von Aker bekannt gegeben. Der Deal ist eine der größten Industriesoftware-Transaktionen, die je in Europa getätigt wurden. In kapitalintensiven Sektoren wie Energie, Fertigung und Infrastruktur steigt der Bedarf an KI-gesteuerten Tools weiter an.

Das Osloer Industrieinvestmentunternehmen Aker war der Hauptunterstützer von Cognite. Aker erwartet aus der Transaktion einen Barerlös von rund 1,48 Milliarden Dollar. Die Begleichung eines ausstehenden Wandeldarlehens fällt ebenfalls darunter. Die Auszahlung entspricht etwa 14,7 Milliarden NOK bei einem USD/NOK-Wechselkurs von 9,92.
Die Auszahlung entspricht einem Anstieg von 7,4 Milliarden NOK. Im Vergleich zum von Aker gemeldeten Nettovermögenswert Ende Q1 2026 war je Aktie etwa 100 NOK wert. „Diese Transaktion zeigt deutlich den in Cognite geschaffenen Wert und wie Aker durch aktive, langfristige Eigentümerschaft Wert aufbaut und realisiert", erklärte Aker bei der Bekanntgabe des Deals.
Schneider Electric hat aktiv nach datengetriebener Infrastruktur gesucht. Cryptopolitan berichtete zuvor über die 2,3-Milliarden-Dollar-Verträge des Unternehmens mit den US-Rechenzentrumsbetreibern Switch und Digital Realty. Diese Vereinbarungen betreffen in erster Linie Strom- und Kühlsysteme, die für KI-Workloads ausgelegt sind. Schneider hatte zuvor erklärt, dass die aktuelle Infrastruktur nicht darauf ausgelegt sei, den Energiebedarf von KI zu bewältigen.
Schneider bietet bereits physische Systeme an, aber Cognites Softwareplattform ergänzt diese um Datenmanagement und industrielle KI. Cognite ist auf die Kontextualisierung von Betriebsdaten für schwere Industrien spezialisiert. Schneider bietet in denselben Sektoren Ausrüstung für Stromverteilung, Automatisierung und Energiemanagement an.
Käufer im Industriesektor sind bereit, für KI-Softwareunternehmen mit nachgewiesener Erfolgsbilanz tief in die Tasche zu greifen, wie der Preis von 3,1 Milliarden Dollar belegt. Dies gilt insbesondere für Unternehmen in anlagenintensiven Branchen, in denen die Verbrauchertechnologie hinter dem Tempo der Digitalisierung zurückbleibt.
Für die Transaktion sind noch übliche Abschlussbedingungen und behördliche Genehmigungen erforderlich. Ein Zeitplan für den Abschluss wurde nicht bekannt gegeben. Sobald der Deal abgeschlossen und die Erlöse eingesetzt sind, werden Investoren, die Aker an der Osloer Börse verfolgen, auf aktualisierte NAV-Prognosen achten.
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