Der Beitrag Micron Hit With Price-Fixing Lawsuit: Real Collusion or Simple Supply and Demand? erschien zuerst auf 24/7 Wall St..
Künstliche Intelligenz hat in nahezu jedem Bereich der Halbleiter-Lieferkette zu Engpässen geführt. GPUs haben die meiste Aufmerksamkeit erhalten, aber Speicherchips sind still und leise genauso wichtig geworden. Jeder fortschrittliche KI-Beschleuniger ist auf High-Bandwidth Memory (HBM) angewiesen, und die Hersteller kämpfen darum, Schritt zu halten. Selbst nach Investitionen von Milliarden von Dollar zur Produktionserweiterung sind die Lieferanten noch Monate im Voraus ausverkauft.
Trotz des KI-Booms sehen manche die Situation auf eine weitaus fragwürdigere Weise. Micron Technology (NASDAQ:MU), SK hynix und Samsung werden beschuldigt, gemeinsam die Preise hochzuhalten – in einer neuen Klage mit Sammelklage-Status, die gerade bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht wurde. Da dies nicht das erste Mal ist, dass der Speichermarkt mit Preisabsprache-Vorwürfen konfrontiert wird, ist es berechtigt zu fragen, ob sich die Geschichte wiederholt oder ob es sich schlicht um einfache Wirtschaft handelt.
Die Klage behauptet, Micron, Samsung und SK hynix – die zusammen rund 90 % des globalen Speichermarktes kontrollieren – hätten die Produktion älterer DDR3- und DDR4-Speicher koordiniert gedrosselt, während sie Kunden zu teureren HBM-Produkten lenkten. Die Beschwerde verweist auf jüngste Preiserhöhungen bei Apples (NASDAQ:AAPL) Mac- und iPad-Produkten als Beweis dafür, dass letztendlich die Verbraucher die Kosten tragen.
Die Vorwürfe erinnern an den berüchtigten DRAM-Preisabsprache-Skandal der frühen 2000er Jahre. Nach Beschwerden von Dell Technologies (NYSE:DELL) und Gateway ergaben Untersuchungen, dass Micron, Samsung, SK hynix, Infineon und Elpida (jetzt im Besitz von Micron) die DRAM-Preise koordiniert hatten. Mehrere Unternehmen, darunter Micron, bekannten sich letztendlich schuldig und zahlten Strafgelder, während zahlreiche zivilrechtliche Vergleiche folgten.
Die Geschichte macht es unmöglich, die heutigen Anschuldigungen zu ignorieren. Dennoch haben Gerichte durchgängig entschieden, dass ein Oligopol allein kein Beweis für illegale Absprachen ist. Kläger müssen in der Regel „Plus-Faktoren" über parallele Preisgestaltung hinaus nachweisen – wie direkte Kommunikation, koordinierte Produktionsentscheidungen oder andere Beweise, die zeigen, dass Unternehmen gemeinsam und nicht unabhängig voneinander gehandelt haben.
Dennoch gibt es eine einfachere Erklärung. Wenn die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, steigen die Preise, bis zusätzliche Kapazitäten verfügbar werden oder Wettbewerb einsetzt und ein Gleichgewicht erreicht wird. Wenn Kunden um ein bereits ausverkauftes Produkt konkurrieren, sind steigende Preise genau das, was die grundlegende Wirtschaftslehre vorhersagt.
Microns eigene Gewinnmitteilung zeigt, dass die Nachfrage das verfügbare HBM-Angebot bei weitem übersteigt. Die KI-Infrastrukturausgaben der Hyperscaler steigen weiter, wobei allein von den großen Akteuren rund 750 Milliarden US-Dollar erwartet werden, während die Erweiterung von Speicherfabriken Jahre – nicht Monate – und Milliarden von Dollar an Investitionsausgaben erfordert.
Das entlastet kein Unternehmen automatisch von Fehlverhalten. Im Rahmen der Beweisaufnahme könnten Beweise auftauchen, die die Behauptungen der Kläger stützen. Aber auf Basis der heute öffentlich verfügbaren Informationen erscheinen Angebotsengpässe überzeugender als ein koordiniertes Schema zur Preismanipulation.
Kurz gesagt sollten Anleger daran denken, dass Engpässe allein keine Absprachen bedeuten.
Die HBM-Produktion von Micron ist für 2026 im Rahmen verbindlicher Festpreisverträge mit mehrjähriger Laufzeit vollständig ausverkauft, wobei auch ein erheblicher Teil der Produktion für 2027 bereits vergeben ist. Das Management hat erklärt, dass es trotz nahezu vollständiger Auslastung der Produktionsanlagen und dem Versuch, die Kapazitäten mit neuen Anlagen zu erweitern, nur etwa 50 % bis 66 % der Kundennachfrage befriedigen kann.
Das ist auch nicht einzigartig für Micron, da sowohl Samsung als auch SK hynix ähnlichen Einschränkungen gegenüberstehen, während die Nachfrage nach KI-Servern weiter steigt.
HBM veranschaulicht den Punkt perfekt. Die Herstellung dieser fortschrittlichen Speicherstapel erfordert neue Fertigungstechniken, fortschrittliche Verpackung und jahrelange Kapitalinvestitionen. Die Kapazität kann nicht über Nacht verdoppelt werden.
Die neue Klage weckt Erinnerungen an den echten Preisabsprache-Skandal der Branche vor zwei Jahrzehnten, und Regulierungsbehörden sollten glaubwürdige Vorwürfe überall dort untersuchen, wo sie auftreten. Ungeachtet dessen sieht der heutige Markt grundlegend anders aus.
KI hat eine beispiellose Nachfrage nach HBM-Speicher geschaffen, während die Produktion trotz aggressiver Kapazitätserweiterung eingeschränkt bleibt. Bis die Kläger Beweise vorlegen, die über parallele Preisgestaltung in einer konzentrierten Branche hinausgehen, scheint dieser Fall die grundlegenden Gesetze von Angebot und Nachfrage widerzuspiegeln – mehr als eine Wiederholung der DRAM-Verschwörung, die 2002 zu Schuldbekenntnissen führte.
Für Micron-Anleger bleibt die größere Geschichte die KI-gesteuerte Nachfrage – und die Fähigkeit des Unternehmens, diese Nachfrage in höhere Umsätze und Gewinne umzuwandeln, wenn neue Kapazitäten verfügbar werden.
Jetzt handeln: Der Analyst, der NVIDIA im Jahr 2010 empfahl, hat gerade seine Top-10-KI-Aktien genannt – und Micron Technology hat es nicht in die Liste geschafft. Holen Sie sich die Namen noch heute KOSTENLOS.
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