Strategy beendete die Woche inmitten scharfer Kritik aus der Krypto-Branche und mit Bitcoin, der bei etwa 60.000 $ feststeckte. Vor dem wöchentlichen Schlusskurs wurde Bitcoin nahe 60.102 $ gehandelt, als Mitgründer Michael Saylor ein Reservendiagramm auf seinem X-Konto teilte und kommentierte: „Wir werden mehr Diagramme brauchen." Einige Investoren interpretierten Saylors Botschaft als neues Kaufsignal.
Die neuesten Finanzdaten des Unternehmens zeichnen ein weitaus vorsichtigeres Bild. Strategy hält derzeit 847.363 BTC, mit durchschnittlichen Anschaffungskosten von 75.653 $ pro Coin. Da Bitcoin nahe 60.000 $ gehandelt wird, haben die Buchverluste des Unternehmens auf seine Bitcoin-Bestände nun 13 Milliarden $ überstiegen.
Dieses düstere Szenario spiegelt sich im Marktwert von Strategy wider. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens ist auf etwa 29 Milliarden $ gefallen, was rund 43 % unter dem Marktwert seiner Bitcoin-Reserven liegt. Die wachsende Lücke hat es dem Unternehmen zunehmend erschwert, seinen bisherigen Zyklus der Kapitalaufnahme und des Erwerbs weiterer Bitcoin aufrechtzuerhalten.
Zum Vergleich: Der mini Net Asset Value (mNAV) ist das Verhältnis zwischen der Marktkapitalisierung eines Unternehmens und dem Nettovermögenswert der gehaltenen Vermögenswerte. Für Unternehmen mit erheblichen Krypto-Assets in ihren Büchern hilft diese Kennzahl Investoren, festzustellen, ob die Aktie mit einem Aufschlag oder Abschlag gegenüber ihren Reservebeständen gehandelt wird.
Die Unternehmenssatzung schreibt vor, dass die Ausgabe neuer Aktien zum Kauf weiterer Kryptowährungen nur erlaubt ist, wenn der Marktwert den Wert der Bitcoin-Reserven um mindestens 22 % übersteigt. Mit anderen Worten: Das mNAV-Verhältnis muss 1,22 erreichen. Derzeit ist dieses Verhältnis auf lediglich 0,99 gesunken.
Angesichts der aktuellen Zahlen gilt die Ausgabe neuer Aktien nicht als wirtschaftlich sinnvoll. Ein solcher Schritt würde die Beteiligungen bestehender Aktionäre verwässern, und das selbst auferlegte Regelwerk des Unternehmens könnte das Management zwingen, weitere Bitcoin-Käufe vorerst einzustellen.
Auch die freie Liquiditätsposition von Strategy steht unter Druck. Die als STRC bezeichneten Vorzugsaktien sind um rund 25 % unter den Nennwert gefallen und werden nun bei 74,57 $ gehandelt. Die verbleibenden 1,4 Milliarden $ an Barreserven des Unternehmens würden auf Basis der jährlichen Verpflichtungen von 1,2 Milliarden $ etwa 14 Monate Dividendenzahlungen abdecken.
Grayscale ist ein führender Asset Manager, der sich auf digitale Anlageprodukte spezialisiert hat. Ripple hingegen konzentriert sich auf grenzüberschreitende Zahlungslösungen. Als Ripple-CEO ist Brad Garlinghouse häufig an Branchendebatten über Krypto-Regulierung und Unternehmensstrategien beteiligt.
Michael Saylor betont, dass solange Bitcoin über 8.000 $ bleibt, kein Risiko einer Zwangsliquidation für das Unternehmen besteht. Dennoch deuten technische Indikatoren darauf hin, dass es einige Zeit dauern könnte, bis die Einstiegskosten von Strategy wieder erreicht werden. Der wichtigste Handelsschwerpunkt liegt derzeit um die Widerstandsniveaus bei 67.098 $ und 75.682 $.
Insgesamt unterstreicht dieser Ausblick die Notwendigkeit einer robusteren Bitcoin-Rallye, wenn Strategy zur aggressiven Akkumulation zurückkehren will. Sofern Bitcoin nicht die 75.000-$-Marke annähert, dürften der Bilanzstress des Unternehmens und damit verbundene Schulddiskussionen anhalten.
Der Beitrag Strategy's unrealized Bitcoin loss exceeded $13 billion as share price fell below reserve value erschien zuerst auf COINTURK NEWS.

