Der Vorstandsvorsitzende des größten japanischen Schifffahrtsunternehmens sagte der Financial Times in einem exklusiven Wochenendinterview, dass der Weg zur Normalisierung in der Straße von Hormus weitaus komplizierter sei als erwartet. Er warnte, dass die Frachtmengen noch monatelang deutlich unter dem Vorkriegsniveau bleiben könnten, da durch IRGC gelegte Minen die Schiffe in enge, sicherere Korridore nahe Iran und Oman zwingen.
„Die für die Navigation verfügbaren Routen sind extrem eingeschränkt – es sind sehr enge Korridore", sagte Takaya Soga, Vorstandsvorsitzender der japanischen NYK Line, dem Medium. „Wir sind noch weit davon entfernt, zu den Bedingungen vor der Schließung der Straße von Hormus zurückzukehren."
Die Warnung kommt wenige Tage, nachdem IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte, dass IRGC-Kräfte 80 Seeminen in den Hauptschifffahrtskanälen der Straße von Hormus verlegt hätten.
Tankerdurchfahrten durch die Straße von Hormus haben sich in den letzten Wochen nach dem Interims-Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran schrittweise wieder aufgenommen, wobei der erfasste Schiffsverkehr am vergangenen Mittwoch mit 57 Durchfahrten seinen Höhepunkt erreichte. Diese Zahl unterschätzt jedoch wahrscheinlich das tatsächliche Aktivitätsniveau, da die Bloomberg-Daten nur Schiffe mit Transpondern erfassen.
Verwandt:
Letzte Woche warnten IRGC-Kräfte, dass Handelsschiffe sich vor der Durchfahrt durch die Straße von Hormus mit dem iranischen Marinekommando abstimmen müssen, und mahnten zur Vorsicht bei der Nutzung nicht autorisierter Routen. Auf diese Warnung folgte ein Angriff auf ein von Evergreen betriebenes Containerschiff, US-amerikanische Vergeltungsschläge gegen den Iran sowie eine anschließende iranische Reaktion, die dieses Wochenende auf Bahrain und Kuwait abzielte.
Britische Seebehörden meldeten außerdem, dass die Brücke eines Tankers durch ein nicht identifiziertes Geschoss beschädigt wurde. Unterdessen sperrten irakische Kräfte die Grüne Zone Bagdads ab und verhafteten pro-iranische Politiker unter dem Deckmantel einer Korruptionsermittlung, was darauf hindeutet, dass die regionale Druckkampagne nun auf den Irak übergreift.


