Der Ständige Parlamentsausschuss für Finanzen Indiens wird am 2. Juli eine entscheidende Sitzung abhalten, um die Zukunft der Krypto-Regulierung im Land zu diskutieren. Der Ausschuss wird von BJP-Abgeordnetem Bhartruhari Mahtab geleitet. Er hat Vertreter der Reserve Bank of India (RBI) und des Institute of Chartered Accountants of India (ICAI) zu Gesprächen über „Eine Studie zu virtuellen digitalen Vermögenswerten (VDAs) und dem weiteren Vorgehen" vorgeladen.
Laut dem offiziellen Zeitplan wird die RBI von 11:00 bis 12:30 Uhr vor dem Ausschuss erscheinen. Anschließend wird das ICAI von 12:30 bis 13:30 Uhr im Parliament House Annexe in Neu-Delhi erscheinen.
Warum das Treffen am 2. Juli für Krypto Indien wichtig ist
Dies stellt einen wichtigen Meilenstein in der laufenden Überprüfung des indischen Krypto-Ökosystems durch das Parlament dar. In den vergangenen sieben Sitzungen haben die Gesetzgeber bereits von großen Börsen und Regierungsbehörden gehört. Dazu gehören Binance, Coinbase, CoinDCX, CoinSwitch, WazirX, die Financial Intelligence Unit (FIU-IND), CBDT, IFSCA und das Ministerium für Unternehmensangelegenheiten.
Dies wird jedoch das erste Mal sein, dass die RBI ihre Ansichten direkt vor dem Ausschuss darlegt.
Die Zentralbank hat konsequent eine vorsichtige Haltung gegenüber Kryptowährungen beibehalten, vor Risiken für die Finanzstabilität gewarnt und sich gegen eine formelle Krypto-Legalisierung ausgesprochen. Ausschussvorsitzender Mahtab hat zuvor enthüllt, dass die RBI weiterhin dagegen ist, Krypto-Aktivitäten in Indien zuzulassen oder zu regulieren.
Vollstreckungsmaßnahmen erhöhen die Dringlichkeit
Der Zeitpunkt des Treffens kommt kurz nachdem das Enforcement Directorate (ED) angeblich nicht autorisierte grenzüberschreitende Krypto-Transfers im Wert von über ₹2.500 Crore aufgedeckt hat.
Im Juni führte das ED Razzien bei mehreren Krypto-Zahlungs- und Remittance-Unternehmen durch, darunter Transak, Onramp.money und Onmeta, und warf ihnen Verstöße gegen die FEMA-Vorschriften vor. Die Behörden froren fast ₹6 Crore auf Bankkonten ein, die mit der Untersuchung in Verbindung stehen.
Der Fall verdeutlichte erhebliche regulatorische Lücken rund um grenzüberschreitende Krypto-Transaktionen, Stablecoins, Devisenregeln und Remittance-Dienste. Diese Bereiche fallen größtenteils unter die Zuständigkeit der RBI.
ICAIs Rolle und das große Ganze
Die Beteiligung des ICAI ist ebenso bedeutsam, da die Gesetzgeber Klarheit über Krypto-Besteuerung, Rechnungslegungsstandards, Offenlegungsnormen und Prüfungsanforderungen für digitale Vermögenswerte suchen.
Bei früheren Anhörungen teilten die Steuerbehörden dem Ausschuss mit, dass sie fast ₹888,82 Crore an nicht offengelegten kryptobezogenen Einkünften identifiziert hatten. Sie stellten auch mehr als 44.000 Steuerzahlern Mitteilungen zu.
Indien erwägt Berichten zufolge auch einen Multi-Regulierungs-Rahmen, bei dem SEBI die Börsen und Token-Angebote überwachen könnte. Die RBI könnte grenzüberschreitende Krypto-Aktivitäten beaufsichtigen, während das Finanzministerium Politik und Besteuerung handhaben könnte. Es wurde jedoch noch kein endgültiger Rahmen genehmigt.
Mit schätzungsweise 119 Millionen Krypto-Nutzern und Indien, das drei Jahre in Folge den Chainalysis Global Crypto Adoption Index anführt, könnte das Zeugnis der RBI am 2. Juli eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Indiens Krypto-Politik für die kommenden Jahre spielen.








