Das viertägige Großeinkaufsevent für Amazon-Prime-Mitglieder startete am Dienstag und läuft bis Ende der Woche – doch frühe Umfragedaten deuten auf einen schleppenden Auftakt hin: Die durchschnittlichen Haushaltsausgaben am ersten Tag lagen unter dem Niveau des Vorjahres.
Bloomberg zitierte hochfrequente Daten des Marktforschungsunternehmens Numerator, das Tausende Prime-Mitglieder befragte und feststellte, dass der durchschnittliche Haushalt bis 16:00 Uhr am Dienstag, dem ersten Tag des Prime Day, etwa 89 US-Dollar ausgegeben hatte.
Dieser durchschnittliche Gesamtumsatz lag rund 16 % unter dem Wert zum gleichen Zeitpunkt während des letztjährigen Events, was darauf hindeutet, dass Amazons Prime Day schwächer startet – finanziell belastete Verbraucher leiden weiterhin unter monatelang gestiegenen Benzin- und Dieselpreisen, trotz des jüngsten Rückgangs der Kraftstoffpreise infolge eines vorläufigen US-Iran-Friedensabkommens.
Ein weiterer Grund für die verhaltene Aktivität am ersten Prime-Day-Tag könnte sein, dass finanziell angespannte Verbraucher schlicht nicht die erwarteten Angebote finden. Dies wurde von der Marketingfirma PMG bestätigt, die angab, dass die Prime-Day-Rabatte in diesem Jahr geringer ausfallen würden. Ein Teil davon ist darauf zurückzuführen, dass Händler mit höheren Kosten und Zollunsicherheiten konfrontiert sind, die beide die Margen unter Druck setzen.
Laut Numerator gaben etwa die Hälfte der Käufer an, dass Inflation und höhere Lebenshaltungskosten sie zum Prime Day geführt haben. Über den gesamten viertägigen Einkaufszeitraum plant der Umfrage zufolge ein Haushalt, rund 187 US-Dollar auszugeben.
Die Rentnerin Patrice Kihlken aus Ohio sagte Bloomberg, dass die Rabatte auf Sommerkleider und Schmuckherstellungszubehör recht enttäuschend seien.
„Es ist für mich einfach enttäuschend", sagte die 65-jährige Kihlken. „Die meisten Dinge, die ich mir angeschaut habe, sind 5 %, 10 %, vielleicht 15 % reduziert. Was wirklich schön ist, ist nicht im Angebot."
Der schleppende Start des Prime Day sollte als Gradmesser für die Verbraucherstimmung betrachtet werden, da er die Kaufkraft der Haushalte außerhalb der normalen wöchentlichen Einkäufe zeigt und die Rabattelastizität – also die Bereitschaft der Haushalte, auf Angebote zu reagieren – testet.
Das bisherige Fazit: Der schwache Start ist ein beunruhigendes Zeichen, aber der große Sale dauert noch mehrere Tage an.
Analysten von UBS bis Piper Sandler haben auf aufkommenden Rückenwind für Verbraucher durch sinkende Kraftstoffpreise hingewiesen:
Dennoch könnte es eine Verzögerungsphase geben, bevor sich die Verbraucherstimmung endgültig verbessert und sich in höheren Ausgaben niederschlägt.


