Ein politischer Experte hat einen Punkt identifiziert, an dem Präsident Donald Trump mit Blick auf die Zwischenwahlen 2026 „besonders verwundbar" geworden ist.
Karl Rove, ehemaliger leitender Berater und stellvertretender Stabschef von Präsident George W. Bush, argumentierte in einem neuen Gastbeitrag für das Wall Street Journal, dass Trumps Deal mit dem iranischen Regime seine größte Schwäche sein könnte, während sich die Zwischenwahlen nähern. Rove argumentierte, dass der Deal Trumps Unterstützer wahrscheinlich enttäuschen würde, da er keines von Trumps Kriegszielen erreicht habe, wie etwa die Verhinderung der iranischen Finanzierung der Hisbollah-Terrorgruppe im Libanon oder die Entwicklung einer Atomwaffe.

„Vielleicht wird es seiner Basis nichts ausmachen, dass Herr Trump keinen Regimewechsel erreicht hat und stattdessen Verhandlungen begrüßt hat. Aber es könnte ihre Begeisterung dämpfen", argumentierte Rove. „Republikaner, insbesondere MAGA-Republikaner, sehen Herrn Trump als starken Führer. Am Verhandlungstisch von Amerikas geschworenen Feinden ausmanövriert zu werden, wird das sicherlich untergraben."
„Team Trump ist besonders verwundbar, weil es im Voraus enorme Zugeständnisse gemacht hat", fuhr er fort. „Sie lockerten die Sanktionen und erlaubten sofortige iranische Ölverkäufe, sagten dann aber, dass Fragen zur Inspektion iranischer Nuklearanlagen, zur Entfernung von Nuklearmaterial und zum Status der Straße von Hormus bis Mitte August geklärt werden sollen. Das ist kurz bevor die Wahlkampfsaison im Herbst beginnt. Iraner sind nicht dumm. Sie wissen, dass der Präsident sich um die Zwischenwahlen sorgt. Sie werden das ausnutzen. Teheran glaubt auch, dass die USA den Konflikt wegen Inspektionen nicht neu entfachen werden."
Rove warnte auch, dass Trump kurz davor sei, eine seiner früheren Beobachtungen über den Iran wahr werden zu lassen. „Der Iran hat nie einen Krieg gewonnen, aber nie eine Verhandlung verloren", erinnerte Rove daran, was Trump gesagt hatte.
„Will er wirklich dazu beitragen, dass der Iran eine weitere Siegesbilanz in dieser Spalte verbucht? Der Präsident läuft Gefahr, Unterstützer zu enttäuschen, ohne Kritiker zu überzeugen. Das wäre ein unnötiges politisches und außenpolitisches Desaster", argumentierte Rove in dem Gastbeitrag.

