Standard Chartered hat Aave als potenziellen Nutznießer der wachsenden Aktivität tokenisierter Vermögenswerte im Bereich der dezentralisierten Finanzen (DeFi) identifiziert. Die Bank erklärte, dass die zunehmende Akzeptanz tokenisierter Vermögenswerte die Einlagen im Kreditprotokoll erhöhen und eine Erholung seiner Marktposition unterstützen könnte. Die Einschätzung erschien in einem Forschungsbericht, der am Mittwoch von Geoff Kendrick, dem globalen Leiter der Digitalvermögensforschung der Bank, veröffentlicht wurde.
Kendrick sagte, Aave bleibe trotz jüngster Herausforderungen das größte dezentralisierte Kreditprotokoll. Er erklärte, dass schwächere Preise für digitale Vermögenswerte und der KelpDAO-Cyberdiebstahl im April die jüngste Performance der Plattform beeinträchtigt hätten. Er sagte auch, dass diese Faktoren Aaves Marktanteil im Kreditbereich verringert hätten, da Vermögenswerte das Protokoll verließen.
Der Forschungsbericht verknüpfte einen Teil des Rückgangs mit dem KelpDAO-Vorfall in Höhe von 292 Millionen US-Dollar. Laut Standard Chartered trug das Ereignis zu einer geringeren Aktivität auf Aave in diesem Zeitraum bei. Kendrick sagte jedoch, das Protokoll habe die Störung überwunden und stehe nun vor verbesserten Bedingungen.
Infolgedessen ist Standard Chartered der Ansicht, dass die Bedingungen ein erneutes Wachstum auf der Plattform unterstützen könnten.
Die Bank verglich auch Aaves Einlagenvolumen mit traditionellen Bankinstituten. Kendrick sagte, die Einlagenbasis von Aave habe im Oktober 2025 rund 75 Milliarden US-Dollar erreicht. Er fügte hinzu, dass diese Zahl das Protokoll in die Nähe der 30 größten US-Banken nach Einlagen gebracht hätte.
Standard Chartered erwartet, dass Aave einen Teil dieses Volumens im Laufe der Zeit zurückgewinnt. Die Bank verwies auf die zunehmende Nutzung tokenisierter Vermögenswerte als Sicherheiten innerhalb der dezentralisierten Finanzen. Sie sagte auch, dass diese Vermögenswerte zu neuen Liquiditätsquellen für Kreditmärkte werden könnten.
Der Forschungsbericht erweitert das bestehende Tokenisierungsrahmenwerk von Standard Chartered auf dezentralisierte Kreditvergabe. Die Bank sagte, tokenisierte reale Vermögenswerte (RWA) könnten neue Kreditaktivitäten auf Onchain-Plattformen erzeugen. Unter dieser Betrachtungsweise könnte Aave als Plattform für durch tokenisierte Vermögenswerte besicherte Kredite dienen.
Kendrick verknüpfte die Prognose mit dem breiteren Wachstum tokenisierter Märkte. Er sagte, tokenisierte Vermögenswerte könnten mehr Einlagen in DeFi-Protokolle bringen. Diese Vermögenswerte könnten wiederum die Aktivität auf Kreditplattformen steigern, die bereits über große Liquiditätspools verfügen.
Standard Chartered hat zuvor prognostiziert, dass in dezentralisierten Finanzen gesperrte Vermögenswerte bis 2030 2,7 Billionen US-Dollar erreichen könnten. Die Bank führte diese Prognose auf das Wachstum tokenisierter realer Vermögenswerte (RWA) und Krypto-nativer Produkte zurück. Diese Vermögenswerte würden durch blockchain-basierte Finanzprotokolle fließen.
Der Bericht referenzierte auch dezentralisierte Börsenaktivitäten im Zusammenhang mit tokenisierten Märkten. Kendrick identifizierte Uniswap als potenzielle Handelsplattform für tokenisierte Vermögenswerte. Er verwies auf die Größe der Plattform, den Markenwert und die Betriebshistorie über mehrere Krypto-Marktzyklen hinweg.
Standard Chartereds jüngster Bericht stellt Aave in den Mittelpunkt seines dezentralisierten Kreditausblicks. Die Bank sagte, eine zunehmende Nutzung tokenisierter Vermögenswerte könnte höhere Protokolleinlagen unterstützen. Der Bericht hielt auch fest, dass tokenisierte Vermögenswerte zu einer wachsenden Quelle von Sicherheiten in DeFi-Märkten werden könnten.
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