Der Einfluss des Kryptowährungssektors auf die US-Politik ist nach dem republikanischen Vorwahl-Stichwahl in Alabama erneut in den Fokus gerückt. Fairshake, eine der bekanntesten politischen Finanzierungsgruppen der Branche, erzielte mit Barry Moores Ergebnis im Senatsrennen einen weiteren großen Sieg bei den diesjährigen Vorwahlen.
Barry Moore, ein amtierendes Mitglied des U.S. Repräsentantenhauses, ging als republikanischer Kandidat aus dem Stichwahl am Dienstag hervor und besiegte den ehemaligen Navy SEAL Jared Hudson. Angesichts des stark republikanisch geprägten Elektorats in Alabama gilt Moore als Favorit für die allgemeinen Wahlen im November.
Moore, der als Befürworter kryptofreundlicher Regulierungen im Kongress bekannt ist, erhielt kräftige Wahlkampfunterstützung von Fairshake und seinen verbundenen Organisationen. Fairshake allein soll über 12 Millionen US-Dollar für dieses Rennen ausgegeben haben, was die größte kryptofokussierte politische Ausgabe für ein Kongressrennen im Zyklus 2024 darstellt.
Fairshake hat sich als eines der führenden politischen Aktionskomitees (PACs) im US-Kryptowährungssektor einen Namen gemacht. Die Organisation wird hauptsächlich von Coinbase, a16z Crypto und Ripple finanziert. Bei den jüngsten Kongresswahlen unterstützte Fairshake mehr als 50 kryptofreundliche Kandidaten beider großen Parteien und ist damit eine der einflussreichsten Einheiten in diesem Bereich.
Glossar: Ein „Super PAC" ist eine US-politische Organisation, die berechtigt ist, unbegrenzte Mittel unabhängig für Wahlkämpfe auszugeben, ohne sich direkt mit Kandidaten abzustimmen. Fairshake agiert als eine solche Einheit und zielt darauf ab, Krypto-Regulierungen durch seine Aktivitäten zu beeinflussen.
Laut den jüngsten Einreichungen bei der Federal Election Commission hielten mit Fairshake verbundene Komitees Ende April rund 164 Millionen US-Dollar in bar. Berichte deuten jedoch darauf hin, dass diese Mittel während der Wahlperiode rasch eingesetzt werden.
Das Ergebnis in Alabama gilt als entscheidender Gewinn für den Sektor nach einem Rückschlag in Illinois. Fairshake gab über 10 Millionen US-Dollar in der demokratischen Vorwahl in Illinois gegen Juliana Stratton aus, doch Stratton gewann letztendlich. Dieses Ergebnis erhöhte die Chancen, dass ein Gegner der Krypto-Lobbyisten in den Senat einzieht.
In Alabama sicherte sich Moore etwa 56 % der Stimmen. Er kandidiert für den Sitz, der bald von dem republikanischen Senator Tommy Tuberville frei wird, der plant, ins Gouverneursrennen einzusteigen. Moore genoss auch die Unterstützung von Fellowship PAC, einer weiteren kryptobezogenen Gruppe.
Fairshakes Reichweite erstreckte sich diese Woche über Alabama hinaus. Die Gruppe gab 735.000 US-Dollar aus, um den US-Repräsentanten Kevin Hern in der republikanischen Senatsvorwahl in Oklahoma zu unterstützen, und half Hern, die Nominierung der Partei zu gewinnen. Wie Moore gehört Hern zu denen, die vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump unterstützt werden.
Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, dass der Kryptowährungssektor versucht, Washingtons regulatorische Agenda nicht nur durch Lobbyarbeit, sondern auch durch den Einsatz von Wahlkampfausgaben zu gestalten. Fairshakes wachsende Erfolge deuten darauf hin, dass der politische Einfluss der Branche mit dem Fortschreiten der Wahlkampfsaison noch bedeutsamer wird.
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