MSF erklärte, man arbeite daran, Prävention, Erkennung und Reaktion auf Übergriffe gegen Flüchtlinge zu verbessern.
PARIS: Die humanitäre Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat 18 Mitarbeiter wegen Vorwürfen des Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung sudanesischer Flüchtlinge entlassen, wie ein Sprecher der in Paris ansässigen Organisation der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag mitteilte.
MSF teilte mit, dass mehrere geflüchtete Frauen und Kinder Anschuldigungen gegen Mitarbeiter der Hilfsorganisation erhoben haben und sich die Vorfälle in der östlichen Region des Tschad ereignet haben sollen.
Eine interne Untersuchung, die Ende 2024 durchgeführt wurde, ergab 59 Vorwürfe des Fehlverhaltens, darunter sexuelle Belästigung, Ausbeutung und Missbrauch durch Mitarbeiter, Tagesarbeiter sowie externe Dienstleister, so MSF.
Die Hilfsorganisation erklärte, nicht alle Vorwürfe konnten bewiesen werden, da es Fälle gab, in denen weder die Opfer noch die beschuldigten Verdächtigen identifiziert werden konnten. Dennoch wurden bei Fällen mit schwerem Fehlverhalten Disziplinarmaßnahmen ergriffen.
„Dieses Verhalten stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Werte und die Verantwortung von MSF dar, und wir sind zutiefst betroffen über den ernsthaften Schaden, der entstanden ist", erklärte MSF in einer Stellungnahme.
Darüber hinaus arbeite man derzeit daran, Prävention, Erkennung und Reaktion auf derartige Übergriffe zu verbessern.
Die Organisation räumte zudem Schwächen im Einstellungsverfahren ein und erklärte, dass vor der Beschäftigung keine ausreichende Überprüfung der Bewerber vorgenommen worden sei.
Gleichzeitig erklärte MSF, dass das Notfalleinsatzumfeld mit Flüchtlingspopulationen das Ausbeutungsrisiko erhöhe, bedingt durch begrenzte Ressourcen, vulnerable Bevölkerungsgruppen und erhebliche Machtungleichgewichte.
Der verlustreiche Bürgerkrieg im Sudan dauert bereits seit mehr als drei Jahren an und hat mehr als 11 Millionen Menschen zur Flucht in andere Landesteile oder in Nachbarländer wie den Tschad gezwungen.


