Signal hat gewarnt, dass das Unternehmen Kanada möglicherweise verlassen wird, wenn der geplante Gesetzentwurf zum rechtmäßigen Zugang das Unternehmen dazu zwingt, seine Datenschutzfunktionen zu schwächen.
Zusammenfassung
- Signal erklärt, es verlasse Kanada lieber, als seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsversprechen gegenüber Nutzern zu brechen.
- Bill C-22 befindet sich weiterhin im Ausschuss, während Gesetzgeber die Befugnisse zum rechtmäßigen Zugang und Metadatenregeln prüfen.
- Meta, Apple und Windscribe haben ebenfalls öffentlich Datenschutz- und Sicherheitsbedenken gegenüber dem Vorschlag geäußert.
Die Warnung kam von Udbhav Tiwari, Signals Vizepräsident für Strategie und globale Angelegenheiten.
Tiwari sagte, Signal würde „lieber das Land verlassen", als die Datenschutzversprechen gegenüber den Nutzern zu brechen. Er warnte auch, dass Bill C-22 „möglicherweise Hackern ermöglichen könnte", Schwachstellen in elektronischen Systemen auszunutzen.
Kanada sagt, das Gesetz unterstützt die Strafverfolgung
Bill C-22, auch als Lawful Access Act, 2026 bekannt, zielt darauf ab, Kanadas Regeln für den digitalen Datenzugang zu aktualisieren. Parlamentsunterlagen zeigen, dass der Gesetzentwurf nach der zweiten Lesung am 20.04. nun vom Ständigen Ausschuss des Unterhauses für öffentliche Sicherheit und nationale Sicherheit geprüft wird.
Die kanadische Regierung sagt, das Gesetz würde der Strafverfolgung und dem CSIS helfen, auf Kriminalität und Bedrohungen der nationalen Sicherheit zu reagieren. Public Safety Canada erklärt, Teil 2 schaffe keine neuen Befugnisse zur Überwachung von Kommunikation, würde aber elektronischen Dienstleistern ermöglichen, bestehenden Gerichtsbeschlüssen nachzukommen.
Darüber hinaus haben auch Apple und Meta Teile von Bill C-22 abgelehnt. Reuters berichtete, dass beide Unternehmen warnten, das Gesetz könnte Firmen zwingen, die Verschlüsselung zu schwächen. Public Safety Canada erklärte, das Gesetz würde Unternehmen nicht verpflichten, eine „systemische Schwachstelle" zu schaffen.
Meta erklärte, Teil 2 des Gesetzentwurfs könnte Unternehmen verpflichten, Systeme zu entwickeln, die die Verschlüsselung schwächen oder externe Überwachungstools ermöglichen. Das Unternehmen forderte Kanada auf, den Gesetzentwurf zu ändern und stärkere Schutzmaßnahmen rund um Verschlüsselung und Unternehmenseinsprüche gegen Regierungsanordnungen hinzuzufügen.
Windscribe schließt sich dem Datenschutz-Widerstand an
Signal ist nicht allein mit der Warnung vor einem möglichen Rückzug. Windscribe, ein in Kanada ansässiger VPN-Anbieter, erklärte, es könnte Signal folgen, wenn Bill C-22 in seiner aktuellen Form verabschiedet wird. Das Unternehmen sagte, der Vorschlag könnte VPN-Dienste zwingen, identifizierende Nutzerdaten zu protokollieren.
Die Debatte hat Datenschutzgruppen in den Kampf hineingezogen. Die Electronic Frontier Foundation erklärte, Bill C-22 könnte Dienste verpflichten, Metadaten für ein Jahr aufzubewahren, und warnte, dass Metadaten offenbaren können, wen Nutzer kontaktieren, wann sie kommunizieren und wohin sie gehen.
Kanadas digitale Regeln bleiben im Fokus
Der Streit kommt zu einer Zeit, in der Kanada an anderen digitalen politischen Maßnahmen arbeitet. Crypto.news berichtete im April, dass kanadische Gesetzgeber Bill C-25 vorangetrieben haben, einen Vorschlag, der Krypto-Spenden bei Bundeswahlen aufgrund von Bedenken hinsichtlich Nachverfolgbarkeit und Wahlkampffinanzierungsregeln verbieten würde.
Bill C-22 ist noch kein Gesetz. Es bedarf noch der Ausschussüberprüfung, weiterer Stufen im Unterhaus, der Senatszustimmung und der königlichen Zustimmung, bevor es in Kraft tritt. Signals Warnung rückt die Verschlüsselung nun in den Mittelpunkt von Kanadas Debatte über den rechtmäßigen Zugang.
Source: https://crypto.news/signal-warns-canada-exit-may-follow-lawful-access-bill/








