Südkoreas Aktienmarkt wurde am Donnerstag kurzzeitig angehalten, nachdem schwere Verluste bei Chip-Aktien bei der Eröffnung einen Circuit Breaker auslösten. Der Ausverkauf breitete sich in ganz Asien aus und traf auch wichtige Halbleiternamen in Japan.
Der KOSPI fiel kurz nach der Eröffnung um mehr als 6% und löste einen verkaufsseitigen Sidecar aus, der den Handel für fünf Minuten stoppte. Samsung Electronics fiel um 7,3% und SK Hynix verlor fast 9%.
KOSPI Composite Index (^KS11)
Der Rückgang folgte auf einen Bericht von The Information, wonach OpenAI Software entwickelt hatte, die die KI-Inferenzanforderungen um die Hälfte reduzieren könnte. Das schürte Befürchtungen, dass Unternehmen möglicherweise weniger Chips benötigen, um ihre KI-Modelle zu betreiben.
Berichte, dass Meta Platforms plant, überschüssige Cloud-Computing-Kapazitäten zu verkaufen, verunsicherten ebenfalls Investoren. Die Idee dahinter: Unternehmen könnten mehr aus bestehender Hardware herausholen, anstatt neue Chips zu kaufen.
Es gab auch Berichte, dass Apple in Gesprächen war, Speicherchips von auf der schwarzen Liste stehenden chinesischen Herstellern zu kaufen, was den Druck auf etablierte Chip-Lieferanten erhöhte.
Trotz des starken Rückgangs ist SK Hynix in diesem Jahr immer noch um mehr als 200% gestiegen. Kioxia, Japans wertvollstes Unternehmen, hat rund 600% zugelegt. Der KOSPI selbst ist im Jahr 2026 um fast 83% gestiegen.
Marktanalyst Fabien Yip von IG sagte, Gewinnmitnahmen scheinen ein wesentlicher Treiber der Bewegung am Donnerstag zu sein.
Trotz der Volatilität am Donnerstag erhöhte Morningstar am Mittwoch seine fairen Wertschätzungen für Samsung und SK Hynix.
Morningstar-Analyst Jing Jie Yu sagte, der aktuelle Speicher-Aufschwung entwickle sich „deutlich stärker als erwartet" und verwies auf knappes Angebot, starke KI-Nachfrage und langfristige Liefervereinbarungen.
Yu wies jedoch auch auf eine längerfristige Sorge hin. Er erwartet, dass ein starker Anstieg des Speicherangebots in den nächsten zwei Jahren zu einem Abschwung in 2029 und 2030 führen wird, wenn langfristige Preisvereinbarungen auslaufen.
Der Ausverkauf am Donnerstag ist der jüngste in einer Reihe von Handelsstopps auf dem KOSPI in diesem Jahr. Schwergewichtige Chip-Aktien haben den Index im gesamten Jahr 2026 zu großen Intraday-Schwankungen getrieben.
Yip sagte, die Volatilität dürfte vor dem US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) am Donnerstag weiter zunehmen. Er wies auch darauf hin, dass spekulative Short-Positionen im japanischen Yen wieder auf das Niveau vom Juli 2024 gestiegen sind, was zuvor eine starke Auflösung von Carry-Trades ausgelöst hatte.
Die KI-Nachfrage bleibt vorerst solide, aber Investoren fragen sich zunehmend, wie lange das aktuelle Chip-Preisumfeld anhalten kann.
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