Lockheed Martin (LMT) erhielt am 01.07.2025 zwei wichtige Pentagon-Verträge und wurde gleichzeitig von der Wall Street hochgestuft – alles an einem einzigen Tag. Die Aktie wurde im frühen Mittwochshandel bei 518,28 Dollar gehandelt, ein Plus von 1,8 %.
Lockheed Martin Corporation, LMT
Das Hauptgeschäft ist ein 35,5-Milliarden-Dollar-Vertrag für THAAD-Raketenabfangraketen. Es handelt sich um einen siebenjährigen „undefinitisierten" Vertrag, was bedeutet, dass die Arbeit beginnen kann, bevor alle Bedingungen – einschließlich Endpreis und Gesamtanzahl der Raketen – festgelegt sind.
Das THAAD ist das erstklassige Anti-Ballistik-Raketensystem des US-Militärs. Es kann eingehende Bedrohungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Atmosphäre allein durch kinetische Kraft ausschalten, ohne einen Sprengkopf zu benötigen. Jede Abfangrakete fliegt mit Mach 8,2.
Der Vertrag ist das erste große mehrjährige Beschaffungsgeschäft im Rahmen der neuen Pentagon-Initiative „Arsenal of Freedom", die darauf abzielt, die Waffenproduktion und -lieferung an Fronteinheiten zu beschleunigen.
Um den Anforderungen des Vertrags gerecht zu werden, plant Lockheed, bis 2030 20 Munitionsproduktionsanlagen in den USA zu bauen oder zu modernisieren. Die Kosten für diesen Ausbau werden voraussichtlich 9 Milliarden Dollar übersteigen.
Der THAAD-Vertrag wird auch als wichtiger Baustein für das von Präsident Trump geplante „Golden Dome"-Luftverteidigungsnetzwerk angesehen – ein landesweiter Raketenabwehrschild.
Am selben Tag sicherte sich Lockheed einen separaten US-Army-Vertrag über 2,9 Milliarden Dollar zur Produktion von Sentinel-A4-Radaren. Das Programm läuft bis Juni 2031.
Das Sentinel A4 verwendet digitale Verarbeitung und Festkörper-Galliumnitrid-Antennenmodule. Es kann in festen und mobilen Konfigurationen betrieben werden und erkennt nicht nur Flugzeuge und Drohnen, sondern auch Raketen, Artillerie und Mörserbeschuss – und verfolgt sowohl den Ursprung als auch den Auftreffpunkt.
Lockheed gewann den Sentinel-A4-Entwicklungsvertrag erstmals im Jahr 2019, wobei Einheiten mit niedriger Anfangsproduktionsrate Anfang dieses Jahres geliefert wurden.
Trotz der Vertragsgewinne hatte LMT eine schwierige Phase. Die Aktie ist seit Beginn des Krieges im Iran um 23 % gefallen – ein Rückgang, den Citi-Analyst John Godyn nun als Kaufgelegenheit sieht.
Godyn stufte LMT von Hold auf Buy hoch und erhöhte sein Kursziel von 571 auf 582 Dollar.
Die Aktie wird derzeit mit etwa dem 17-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Das ist ein Rückgang vom etwa 22-fachen zu Beginn des Konflikts – ein Niveau, das damals eher dem breiteren S&P 500 entsprach.
Godyn verwies auf verbesserte Fundamentaldaten, insbesondere Lockheeds Engagement in der Raketenproduktion, die das Militär aktiv priorisiert. Er wies auch auf ein historisches Muster hin: LMT hat seit 2009 neunmal zweistellige Quartalsverluste verzeichnet und sich siebenmal davon erholt – wobei sechs dieser Erholungen zweistellige Gewinne waren.
Nur 36 % der Analysten bewerten LMT derzeit mit Buy, weit unter dem S&P-500-Durchschnitt von 55 %–60 %. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei rund 618 Dollar.
Lockheeds Q2-2026-Earnings-Call ist für den 23.07.2026 geplant.
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