Michael Saylor hat erneut auf einen möglichen Bitcoin-Kauf von Strategy hingedeutet, nachdem er den Bitcoin-Tracker des Unternehmens mit dem Kommentar „We're gonna need more charts" gepostet hatte.
Das Timing hat Aufmerksamkeit erregt, da der mNAV von Strategy in diesem Zyklus erstmals unter 1,0 gefallen ist. Das bedeutet, dass das Unternehmen nun unter dem Marktwert des von ihm gehaltenen Bitcoins gehandelt wird.
Saylors Post folgte einem bekannten Muster. In der Vergangenheit kamen ähnliche Bitcoin-Tracker-Updates, bevor Strategy neue BTC-Käufe durch öffentliche Einreichungen oder Unternehmensmeldungen bekannt gab.
Der zuletzt gemeldete Kauf von Strategy erfolgte am 22.06.2025. Das Unternehmen kaufte 520 BTC für etwa 35 Millionen US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 67.068 US-Dollar pro Coin und hob den Gesamtbestand laut offiziellem Kauf-Tracker auf 847.363 BTC an.
Der neue Hinweis wirft nun die Frage auf, ob nächste Woche ein weiterer Kauf bevorsteht. Er lenkt auch die Aufmerksamkeit neu darauf, wie Strategy neue Bitcoin-Käufe finanziert, während sich seine Marktbewertung abschwächt.
Saylor hat öffentlich eine klare Haltung zugunsten einer langfristigen Bitcoin-Akkumulation eingenommen. Dennoch unterscheidet sich das aktuelle Marktumfeld von jenem, das Strategy beim Aufbau seiner großen BTC-Position geholfen hat.
Das alte Modell von Strategy funktionierte am besten, wenn die Aktie über dem Wert des gehaltenen Bitcoins gehandelt wurde. Das Unternehmen konnte Aktien mit einem Aufschlag ausgeben, BTC kaufen und den Bitcoin-Anteil je Aktie für bestehende Inhaber erhöhen.
Dieser Kreislauf wird schwieriger, wenn der mNAV unter 1 fällt. Wie bereits berichtet, fiel der mNAV von Strategy auf etwa 0,80, als Bitcoin unter 60.000 US-Dollar fiel, was den prämienfinanzierten Motor schwächte, der jahrelange Käufe unterstützt hatte.
Das Management hat zuvor darauf hingewiesen, dass die Ausgabe neuer Aktien unterhalb von etwa dem 1,22-fachen mNAV auf Pro-Aktie-Basis wertvernichtend werden kann. Dieser Schwellenwert ist wichtig, da er akkretive Kapitalaufnahme von Verwässerungsrisiko trennt.
Wenn Strategy Stammaktien unterhalb dieser Schwelle ausgibt, könnten bestehende Inhaber am Ende weniger Bitcoin pro Aktie halten. Deshalb fragen sich einige Investoren nun, ob Strategy weiterhin BTC kaufen oder sich zunächst auf die Wiederherstellung der Bewertungsprämie konzentrieren sollte.
Der Druck beschränkt sich nicht auf Stammaktien. Strategy hat auch Vorzugsaktien, einschließlich STRC, als Teil seines Finanzierungsstapels für Bitcoin-Käufe und Dividendenverpflichtungen eingesetzt.
Wie in entsprechenden Berichten vermerkt, wurde STRC mit einem Rekordabschlag gehandelt, während die Bitcoin-Position von Strategy milliardenweit unter den Anschaffungskosten liegt. Das hat die Kapitalstruktur des Unternehmens zu einem größeren Teil der Bitcoin-Marktdebatte gemacht.
Vorzugsaktien können Strategy helfen, Kapital aufzunehmen, ohne Stammaktien zu verkaufen. Doch wenn STRC weit unter seinem Zielwert von 100 US-Dollar gehandelt wird, steigen die Kosten für die Ausgabe weiterer Vorzugsaktien.
Das schafft eine schwierige Ausgangslage. Strategy kann weiterhin Bitcoin kaufen, aber jeder Finanzierungsweg wird nun mit engerer Marktbeobachtung verbunden.
Das bullische Argument ist einfach. Befürworter argumentieren, dass Strategy weiterhin Bitcoin kaufen sollte, solange die Preise niedriger sind, da sich die langfristige These des Unternehmens nicht geändert hat.
Sie verweisen auch auf den großen Bitcoin-Bestand von Strategy und seine Geschichte, scharfe Markteinbrüche überstanden zu haben. Saylor hat zuvor argumentiert, dass die Reserven und der Kapitalzugang des Unternehmens ihm Spielraum geben, weiter zu handeln.
Das bärische Argument konzentriert sich auf die Finanzierungsqualität. Kritiker sagen, dass der Kauf von mehr BTC bei einem mNAV unter 1 den Aktionären möglicherweise nicht hilft, wenn das Unternehmen teures Kapital oder wertvernichtende Aktienemissionen nutzt.
Im Moment gibt es keinen bestätigten neuen Kauf. Saylors Post ist nur ein Signal, aber Händler wissen, dass seine Signale oft vor offiziellen Bekanntmachungen kommen.
Das nächste Update wird zeigen, ob Strategy trotz des mNAV-Abschlags weiterhin Bitcoin kauft. Es wird auch zeigen, ob Saylors Kaufmaschine noch laufen kann, wenn die Aktie nicht mehr mit einer klaren Prämie gegenüber ihren BTC-Beständen gehandelt wird.
