Coinbase-CEO Brian Armstrong hat reagiert, nachdem Zcash-Gründer Zooko Wilcox die Börse wegen angeblicher Wettaufforderungen in der Coinbase-App kritisiert hatte.
Der Börsenchef verteidigte die Wahlfreiheit der Benutzer, sagte jedoch, Plattformen sollten Hochrisikoprodukte mit Sorgfalt behandeln, wenn sie weniger erfahrene Benutzer bedienen.
Zooko sagte auf X, dass er mit einem jungen und finanziell gefährdeten Coinbase-Benutzer gesprochen habe. Er behauptete, die App habe begonnen, diesen Benutzer aufzufordern, auf Sport und den Preis von Bitcoin zu wetten.
Er sagte, die Situation mache ihn „beschämt", Teil der Krypto-Branche zu sein. Sein Beitrag entwickelte sich schnell zu einer breiteren Debatte darüber, wie große Krypto-Apps Prognosemärkte und ähnliche Produkte bewerben sollten.
Die Kritik kommt, während Coinbase über den Spot-Krypto-Handel hinaus expandiert. Die jüngste Berichterstattung über Coinbases Pre-IPO-Perpetual-Futures beschrieb das Bestreben des Unternehmens, Krypto, Aktien, Prognosemärkte und Futures in einem Konto zu kombinieren.
Diese breitere Produktstrategie gibt Benutzern mehr Handelsmöglichkeiten. Sie wirft auch Fragen darüber auf, wie Handels-Apps Risiken darstellen, insbesondere wenn Produkte in einer mobilen Oberfläche einfach aussehen.
Armstrong antwortete, er sei „pro-Freiheit" und glaube, dass Erwachsene ihr Geld so verwenden können sollten, wie sie es möchten, solange sie anderen keinen Schaden zufügen. Er sagte auch, es gebe keine perfekte Grenze zwischen Investieren und Glücksspiel.
Der Coinbase-CEO fügte hinzu, dass der Kauf von frühem Bitcoin, Zcash oder Aktien von manchen Menschen auch als Glücksspiel beschrieben werden könnte. Sein Punkt war, dass Risiko vom Produkt, dem Benutzer und dem Kontext abhängt.
Dennoch stimmte Armstrong einem Teil von Zookos Bedenken zu. Er sagte, es fühle sich nicht richtig an, „Hochrisikoprodukte aggressiv bei unerfahrenen Benutzern zu bewerben."
Er sagte auch, es gebe einen Unterschied zwischen dem Verfügbarmachen eines Produkts und dem Zum-Hauptfokus-Machen einer App. Diese Unterscheidung steht nun im Mittelpunkt der Debatte.
Die Seite für Sport-Prognosemärkte von Coinbase gibt an, dass die Produkte über Coinbase Financial Markets, einen registrierten Futures-Kommissionshändler, angeboten werden. Die Seite warnt auch, dass Prognoseverträge ein hohes Risiko beinhalten und zum vollständigen Verlust der Investition führen können.
Sportveranstaltungsverträge bleiben ein umstrittener Bereich in den USA. In verwandter Berichterstattung verklagte Kentucky Kalshi, Polymarket und Partner, die mit Coinbase, Robinhood und Webull verbunden sind, und sagte, die Produkte sähen nach staatlichem Recht wie Sportwetten aus.
Die CFTC vertrat die entgegengesetzte Ansicht und argumentierte, dass Kalshi und Polymarket als designierte Vertragsmärkte unter die Bundesaufsicht fallen. Der Streit dreht sich nun darum, ob Sportverträge unter die bundesstaatlichen Derivateregeln oder staatliche Glücksspielgesetze fallen.
Der ehemalige CFTC-Vorsitzende Gary Gensler meldete sich ebenfalls durch eine Gerichtseinreichung zu Wort und sagte, Sport-Prognoseverträge qualifizierten sich nicht als Swaps nach US-amerikanischem Derivaterecht. Diese Einreichung fügte der rechtlichen Debatte eine weitere Ebene hinzu.
Armstrong schlug vor, dass Coinbase klarere Offenlegungen, KI-basierte Finanzbildungstools und persönlichere App-Einstellungen nutzen könnte. Er sagte, Benutzer könnten während des Onboardings wählen, ob sie bestimmte Produktgruppen aktivieren oder deaktivieren möchten.
Dieser Ansatz würde es Benutzern ermöglichen, zu entscheiden, was sie sehen, ohne den Zugang für alle zu entfernen. Er würde Coinbase auch eine Möglichkeit geben, Bedenken über jüngere oder weniger erfahrene Benutzer anzusprechen, die wettartige Aufforderungen sehen.
Die Debatte zeigt, wie schnell sich Krypto-Apps verändern. Plattformen bieten nicht mehr nur Coins und Token an. Viele bieten nun Veranstaltungsverträge, Derivate und andere Produkte an, die sich eher wie finanzielle Wetten verhalten.
Für Coinbase ist die Frage nicht nur, ob Benutzer auf diese Märkte zugreifen können. Die nächste Frage ist, wie stark die App diese bewerben sollte und welche Schutzmaßnahmen erscheinen sollten, bevor Benutzer Trades platzieren.


