SpaceX (SPCX) bereitet sich laut Bezirksunterlagen, die von Reuters eingesehen wurden, auf den Bau einer 13 km langen Erdgaspipeline zu seinem Starbase-Startkomplex im Süden von Texas vor.
Space Exploration Technologies Corp, SPCX
Die Pipeline mit dem Namen „Starpipe" soll nächsten Monat mit dem Bau beginnen. Eine Einreichung beim Texas Railroad Commission durch SpaceX-Tochter Lone Star Mineral Development zeigt, dass sie bis zum 26.01. in Betrieb sein soll.
Starship verbrennt pro Start etwa 630.000 Gallonen flüssiges Methan. Derzeit wird dieser Kraftstoff von Hunderten von Tankwagen in einem Prozess angeliefert, der Stunden dauert – was mit Musks Ambitionen kaum vereinbar ist.
SpaceX hat seit 2023 12 Starship-Testflüge abgeschlossen. Musk hat offen darüber gesprochen, die Startzahl auf Dutzende, dann Hunderte und schließlich Tausende pro Jahr zu steigern. Der Kraftstofftransport per Lkw ist bei diesem Tempo schlicht nicht praktikabel.
Das Starpipe-Projekt würde in der Nähe des Hafens von Brownsville beginnen, wo SpaceX über einen 50-jährigen Landpachtvertrag verhandelt. Bereits beim U.S. Army Corps of Engineers eingereichte Ingenieurpläne zeigen, dass SpaceX eine Verflüssigungsanlage in Starbase errichten möchte, um das durch die Pipeline gelieferte Gas vor Ort in flüssiges Methan umzuwandeln.
SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sprach den übergeordneten Plan an, als das Unternehmen am 12.06. an die Börse ging, und teilte CNBC mit, dass SpaceX beabsichtige, Pipelines zu bauen, seinen eigenen Treibstoff zu verarbeiten und die Möglichkeit prüfe, eigenes Erdgas zu fördern.
Dieser letzte Punkt sorgte für Aufsehen. Die Förderung von Erdgas wäre Neuland für ein Unternehmen ohne Erfahrung in der Öl- und Gasbranche.
Starpipe scheint Teil einer langfristigen Lieferkettenstrategie zu sein. Laut Grundbuchunterlagen hat SpaceX seit 2023 über 100 bezahlte Öl- und Gaspachtverträge mit texanischen Grundstückseigentümern unterzeichnet.
Auch der Durchmesser der Pipeline von 16 Zoll ist bemerkenswert. Branchenbeobachter sagen, er impliziere eine Kraftstoffkapazität, die über dem Bedarf für die 25 Starts pro Jahr liegt, die derzeit von der FAA genehmigt sind – ein Signal dafür, wohin SpaceX seine Startrate zu entwickeln gedenkt.
Das Projekt könnte potenziell an Enbridges Valley Crossing Pipeline-Erweiterung angeschlossen werden, die in der Nähe des Startpunkts von Starpipe verlaufen würde. Enbridge reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Auch SpaceX reagierte nicht auf die Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.
Die Pipeline ist das jüngste Beispiel dafür, dass SpaceX seinen vertikal integrierten Ansatz über Raketen hinaus anwendet. Das Unternehmen baut oder betreibt bereits eigene Infrastruktur in den Bereichen Satelliten, Trägerraketen und nun auch Energieversorgung.
SpaceX ging am 12.06. an die Börse. SPCX wird derzeit an der Nasdaq gehandelt.
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