Wie erwartet nutzte Präsident Trump die Gelegenheit, die NATO für ihre mangelnde Beteiligung am Iran-Krieg zu rügen, während er den Generalsekretär des Bündnisses, Mark Rutte, im Weißen Haus empfing.
„Wir brauchten dabei überhaupt keine Hilfe. Wir haben sie buchstäblich in der ersten Woche zerstört", sagte Trump über den Iran vor Reportern, während er Rutte gegenübersaß. Da sagte der Präsident: „Aber es wäre schön gewesen, wenn sie gesagt hätten: ‚Wir würden gerne helfen.' Wir brauchten es nicht mal, aber es wäre schön gewesen, wenn sie das gesagt hätten."
via Associated Press
Während des gesamten Konflikts hat Trump offen darüber nachgedacht, die Vereinigten Staaten aus dem Militärbündnis herauszuziehen – oder zumindest erhebliche Verteidigungsmittel einzubehalten, und deutete beim Treffen am Mittwoch an, dass er das Thema mit Rutte hinter verschlossenen Türen besprechen werde.
„Wir werden besprechen, was geschehen ist, und wir werden sehen, was passiert", sagte er.
Trotz der allgemeinen Kritik an NATOs laxer Reaktion auf die Hormuz-Krise und den Iran-Feldzug bot Trump Rutte noch ein wenig Lob an – der schon lange im Allgemeinen das Weiße Haus unter Trump unterstützt hat.
Rutte seinerseits bezeichnete Trump als „den Anführer der freien Welt" und betonte: „Ich möchte wirklich deutlich machen, wie wichtig das ist, was Sie in Bezug auf den Iran tun."
„Es geht zunächst um die nukleare Fähigkeit, die sich der Iran im Wesentlichen angeeignet hatte – und das wäre eine Bedrohung für die Region gewesen. Es wäre eine Bedrohung für die ganze Welt gewesen. Dies ist ein Land, das Chaos exportiert, das Terrorismus exportiert", beschrieb Rutte, ohne Beweise für diese Reihe von Behauptungen zu liefern.
Rutte versuchte ein wenig Schmeichelei, was Trumps verbale Angriffe auf die NATO nicht gerade beruhigte:
Trump war nicht bereit, Rutte ausweichen zu lassen:
Mit Requisiten in der Hand enthüllte Rutte das, was er die „Trump-Billion" nennt...
In ein paar Wochen, am 07.07., soll der große jährliche NATO-Gipfel in Ankara, Türkei, beginnen. Der Zeitpunkt, zu dem die Türkei das Treffen ausrichtet, ist interessant, da das Land den US-Angriffen auf den Iran ablehnend gegenübersteht und zum führenden regionalen Feind Israels geworden ist, wobei beide Seiten seit Monaten hitzige und drohende Rhetorik austauschen.
Die Türkei ist ein weiterer US-Verbündeter, der keinen Finger rühren wird, um die USA im Golfbereich zu unterstützen, aber was das ausstehende Friedensabkommen mit Teheran und die zuvor unterzeichnete Absichtserklärung (MoU) betrifft, gibt es breite Unterstützung.


