BRÜSSEL, 23. Juni — Bis zu zwei Drittel der britischen Wähler, parteiübergreifend, glauben, dass Großbritanniens Entscheidung, 2016 die Europäische Union zu verlassen, negative Auswirkungen auf das Land hatte, wie eine Umfrage des European Council on Foreign Relations (ECFR) am Sonntag zeigte.
Die Umfrage des Thinktanks, die vom 7. bis 14. Mai unter mehr als 2.000 Befragten durchgeführt wurde, zeigte, dass zwei Drittel der Meinung waren, der Brexit habe die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben und negative Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt. „Ein Jahrzehnt später erkennen die Briten, dass ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben außerhalb der EU unerfüllt bleiben und dass der Brexit die Fähigkeit des Vereinigten Königreichs untergräbt, die Themen zu bewältigen, die den Wählern am meisten am Herzen liegen", sagte ECFR-Chef Mark Leonard.
Von den Befragten waren 56 Prozent der Ansicht, dass der EU-Austritt schlecht für die Bekämpfung illegaler Migration, für den Handel und den Bürokratieabbau sei, 57 Prozent glaubten, er verringere die Chancen junger Menschen, und 57 Prozent hielten es für „falsch", dass Großbritannien die EU verlassen hat.
Drei Viertel wünschten sich nun engere Beziehungen zur EU, so der ECFR.
Die Umfrage zeigte auch, dass die Briten Europa gegenüber den USA als bevorzugten Sicherheitspartner wählen, wobei nur 18 Prozent die USA als Verbündeten betrachten.
Die Kontrolle der Migration war ein zentrales Thema im Brexit-Wahlkampf, doch die Umfrage zeigte, dass 56 Prozent der Briten den Ansatz des Vereinigten Königreichs nach dem Brexit für gescheitert halten und die Wiedereinführung der Freizügigkeit mit der EU für eine engere Handelsbeziehung unterstützen würden.
Der ECFR teilte mit, dass eine separate Umfrage in 15 EU-Ländern eine Zweidrittelmehrheit für eine künftige Rückkehr Großbritanniens in die EU ergab. — Reuters


