KOTA KINABALU, 30. Juni — Anne Baltazar, Geschäftsführerin der Advocates for Non-Discrimination and Access to Knowledge (Anak), erklärte, dass ungleiche und komplizierte Geburtenregistrierungsverfahren zusammen mit schwachen Gesetzen aktiv eine Krise erzeugen und vertiefen, die Tausende von Kindern in ganz Sabah betrifft.
Sie betonte, dass das System Staatenlosigkeit, Ausgrenzung und ernsthafte Verwundbarkeit fördert – und dabei indigene Gemeinschaften sowie Familien in ländlichen und abgelegenen Teilen des Bundesstaates am härtesten trifft.
Während Eltern in Peninsular Malaysia 60 Tage Zeit haben, eine Geburt zu registrieren, erlaubt Sabah nur 45 Tage.
Eine verspätete Registrierung erfordert zusätzliche Genehmigung durch einen Magistrat – ein zusätzlicher kostspieliger und zeitaufwendiger Schritt, der für Menschen, die weit im Landesinneren oder in Grenzgebieten leben, nahezu unmöglich ist.
„Sieben der zehn ärmsten Bezirke Malaysias für Kinder befinden sich in Sabah, wo Entfernungen, schlechte Straßen und hohe Transportkosten viele Familien bereits von der Registrierung ausschließen", sagte sie.
„Staatenlosigkeit hier ist kein Zufall – sie ist systemisch, eingebaut in Verfahren und rechtliche Lücken. Sie betrifft nicht nur Migrantengruppen, sondern auch indigene Kinder in abgelegenen Gebieten, deren Familien hier seit Generationen leben und dennoch keine offiziellen Dokumente besitzen", fügte Anne hinzu.
Ergebnisse zeigen, dass nur 6,1 % der befragten Kinder in Sabah grundlegende Standards für eine sichere Wohnumgebung erfüllen.
Unter undokumentierten Kindern erreichen nur 0,6 % den Mindestschwellenwert für eine angemessene Gesundheitsversorgung.
„Diese Lücken führen direkt zu einer niedrigen Impfquote – verbunden mit dem Polio-Ausbruch in Sabah vor der Covid-19-Pandemie – und erhöhen die Risiken von Ausbeutung, Kinderarbeit und Menschenhandel", betonte Anne.
Anak fordert sofortige, konkrete Reformen:
„Wir reden nicht nur über Papierkram – wir reden über Überleben, Bildung und Zugehörigkeit", betonte Anne gegenüber Politikern. — Daily Express


