Von allen Personen, mit denen Finanzminister Scott Bessent Donald Trump hätte vergleichen können, soll er ausgerechnet auf den einen Namen verfallen sein, der jeden Republikaner erschaudern lässt: George Soros.
Laut „Regime Change", dem neuen Bericht über Trumps zweite Amtszeit von den New York Times-Reportern Maggie Haberman und Jonathan Swan, soll Bessent Vertrauten gegenüber gesagt haben, dass Trump ihn an seinen früheren Chef erinnere – den Milliardärsinvestor und demokratischen Großspender, den die Rechte seit zwei Jahrzehnten als ihren universellen Erzschurken darstellt. „Sie sind dasselbe Tier", soll Bessent laut dem Buch gesagt haben.

Es ist eine bemerkenswerte Aussage für jeden amtierenden Trump-Beamten, und sie trifft umso härter, da sie von Bessent stammt, der einen Teil seiner Wall-Street-Karriere bei Soros aufbaute, bevor er das Finanzministerium leitete. Als er also nach einem Vergleich für Trump suchte, wählte er ausgerechnet den Mann, dessen Name in konservativen Spendenbriefen als Synonym für alles steht, wogegen sie zu kämpfen behaupten. Der Vergleich ist laut dem Buch seine private Einschätzung des Präsidenten, dem er dient.
Die Soros-Aussage ist die stillste, aber schädlichste Enthüllung – doch sie ist nicht die einzige. „Regime Change", das am Dienstag weltweit erscheinen soll, berichtet auch, dass Bessent im Vorfeld des berüchtigten Oval-Office-Treffens vom Februar 2025 offene und wenig freundliche Worte über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefunden haben soll.
Die Autoren schreiben, dass Bessent Trump eindringlich davon abgeraten haben soll, Selenskyj überhaupt ins Weiße Haus zu lassen, bevor dieser ein vom Finanzminister ausgearbeitetes Rohstoffabkommen unterzeichnet hatte. Hinter verschlossenen Türen war seine Sprache über den Kriegspräsidenten noch schärfer. „Ich habe mit diesem kleinen F------zu tun gehabt", soll Bessent Vertrauten gegenüber gesagt haben. Er nannte Selenskyj „trickreich", beschrieb ihn als „das Sorgenkind der Europäer" und sagte, er „benehme sich wie Mr. Bean auf Crack."
Selenskyj kam trotzdem, und das Treffen eskalierte in Echtzeit, als Trump und Vizepräsident JD Vance ihn wegen mangelnder Dankbarkeit und des fehlenden Anzugs rügten. Bessent war ebenfalls im Raum. Anschließend sagte er gegenüber Bloomberg, Selenskyj habe „eines der größten diplomatischen Eigentore" geschossen, und gab sich „schockiert, schockiert" über das Verhalten des Besuchers.


