Kentucky Generalstaatsanwalt Russell Coleman hat diese Woche Klagen vor einem staatlichen Gericht gegen die Prognosemarktplattformen Kalshi und Polymarket eingereicht. Die Klagen werfen beiden Unternehmen vor, im Bundesstaat unlizenzierte Sportwetten zu betreiben.
Die Klageschriften nennen auch Kalshis Partner Coinbase, Robinhood und Webull. Der Bundesstaat sagt, diese Unternehmen haben es versäumt, Ressourcen für Menschen mit Glücksspielproblemen bereitzustellen, was nach dem Recht von Kentucky vorgeschrieben ist.

Zusammen verzeichneten Kalshi und Polymarket im Mai laut Token Terminal ein monatliches Handelsvolumen von 25 Milliarden US-Dollar. Der Ausschluss aus wichtigen US-Bundesstaaten könnte dieses Wachstum beeinträchtigen.
Kalshi und Polymarket bezeichnen sich als bundesweit regulierte Börsen. Sie argumentieren, dass ihre Ereigniskontrakte Kontrakt-Swaps (Kontraktaustausch) im Sinne des Bundeswarenrechts sind und keine Sportwetten nach staatlichem Recht.
Die Klage versetzt Kentucky in eine ungewöhnliche Position. Der Bundesstaat wählte Präsident Donald Trump 2024 mit 64 %. Doch sein Vorgehen widerspricht direkt Trumps öffentlicher Haltung gegenüber Prognosemärkten.
Trump hat auf Truth Social erklärt, dass die CFTC die ausschließliche Autorität über Prognosemärkte haben sollte. Er bezeichnete die Gegner auf staatlicher Ebene als „SCUM" und lobte CFTC-Vorsitzenden Mike Selig.
Die CFTC hat nun acht Bundesstaaten verklagt, die gegen Prognosemarktplattformen vorgegangen sind, und argumentiert, dass sie die Bundesbefugnisse überschreiten. Kentucky könnte der nächste sein.
Coleman, ein Republikaner und ehemaliger von Trump ernannter US-Staatsanwalt, setzt seinen Kurs ungeachtet dessen fort.
Polymarket erklärte, Kentuckys Vorgehen „läuft dem etablierten Rahmen der CFTC zuwider." Das Unternehmen erklärte, es freue sich darauf, die Vorwürfe im Rahmen des Rechtsverfahrens zu klären.
Die Gerichte waren in ihren Urteilen nicht einheitlich. Am selben Tag, an dem Kentucky seine Klage einreichte, entschied ein Bundesrichter in Michigan gegen Polymarket und stellte fest, dass dessen Sportereigniskontrakte nicht vom Bundeswarenrecht abgedeckt sind.
Allerdings entschied das Dritte Bundesberufungsgericht im April, dass New Jersey Kalshi nicht daran hindern kann, Sportereigniskontrakte im Bundesstaat anzubieten.
Mindestens 17 weitere Bundesstaaten haben nun Prognosemarktbetreiber vor Gericht gebracht. Rechtsbeobachter erwarten, dass die Angelegenheit schließlich den US-Supreme Court erreichen wird.
Kalshi und Polymarket hatten Kentucky bereits zuvor wegen der staatlichen Steuer von 14,25 % auf Prognosemarkt-Transaktionsgebühren verklagt und diese als diskriminierend bezeichnet.
Trumps Sohn, Donald Trump Jr., sitzt im Beirat von Polymarket und ist Berater bei Kalshi.
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