Präsident Donald Trump inszenierte einen unangenehmen Moment, indem er Rupert Murdoch bat, Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio miteinander zu vergleichen, während beide Männer am selben Esstisch saßen.
Laut einem von Axios aus dem bevorstehenden Buch „Regime Change" der New York Times-Reporter Maggie Haberman und Jonathan Swan entnommenen Abschnitt äußerte der konservative Medienmogul in einem Austausch, der im Gedächtnis aller Anwesenden haftenblieb, eine klare Präferenz.

„Trumps Gesellschaftsspiel zeigt, dass Vance, wie die Autoren schreiben, sicher sein kann, dass Trump es ihm nicht ‚leicht machen' wird, die Nominierung der Republikaner für 2028 zu erhalten", berichtete Axios.
Das Abendessen am 16.10.2025 markierte eine offensichtliche Annäherung zwischen Trump und Murdoch, die in Konflikt geraten waren, nachdem Trump den Medienmogul und das Wall Street Journal im vergangenen Jahr wegen der Berichterstattung über seine frühere Verbindung zu Jeffrey Epstein verklagt hatte. Die Autoren beschreiben Trump an jenem Abend als „onkelhaft", mit Murdoch an seiner Seite, obwohl Teile von Murdochs Medienimperium Berichten zufolge die Produktion eines Buches diskutierten, das Trump als „Präsident des Friedens" brandmarken sollte.
Der Präsident fragte Murdoch nach seiner Meinung zu Vance, von dem er sagte, er habe „das Potenzial, großartig zu sein", beschrieb jedoch den Außenminister als „brillant", so Haberman und Swan.
Der Austausch wird als Beweis dafür gewertet, dass Trump beabsichtigt, seine potenziellen Nachfolger für 2028 im Ungewissen zu lassen, anstatt Vance den Weg freizumachen – dem die Autoren zufolge nicht damit rechnen sollte, dass Trump den Nominierungsprozess für ihn einfach machen wird.
Das Buch hat auch im Weißen Haus Bedenken darüber ausgelöst, wie seine Autoren so detaillierte Informationen erhalten haben, einschließlich der Befürchtung, dass Gespräche im Situation Room heimlich aufgezeichnet worden sein könnten.
Vance ging in einem Interview mit Podcasterin Megyn Kelly direkt auf diese Verdächtigungen ein, verwies auf einen Auszug des Buches in der New York Times und sagte, bestimmte Details hätten ihn besorgt, dass Aufnahmen ohne Genehmigung gemacht wurden, was seiner Aussage nach ein Verbrechen darstellen würde.
Murdoch hatte dem Buch zufolge zuvor gegen Trumps Wahl von Vance als seinen Vizepräsidentschaftskandidaten für 2024 lobbyiert. Andere Abendgäste sollen den Murdoch-Rubio-Vance-Moment noch wochenlang danach privat diskutiert haben, was unterstreicht, wie genau Trumps engster Kreis seine Signale bezüglich eines möglichen Nachfolgers beobachtet.


