Die Entscheidung von WikiLeaks am 14.06.2011, offiziell Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wird weithin als Wendepunkt in der Entwicklung des Kryptowährungs-Ökosystems anerkannt. Zu diesem Zeitpunkt sah sich die Organisation nach der Veröffentlichung der Cablegate-Dokumente einer schweren finanziellen Blockade gegenüber und wandte sich an die Krypto-Welt um Unterstützung, indem sie eine Bitcoin-Adresse für Spenden teilte.
Traditionelle Zahlungsnetzwerke wie Visa, Mastercard, PayPal, Bank of America und Western Union brachen ihre Beziehungen zu WikiLeaks ab und lähmten damit die Fähigkeit der Organisation, Gelder zu empfangen. Laut verfügbaren Daten vernichtete dieser Schritt innerhalb kurzer Zeit fast 95 % der Betriebseinnahmen von WikiLeaks.
Als Reaktion auf diesen dramatischen Einnahmeeinbruch begann WikiLeaks, Spenden in Bitcoin anzunehmen. Dies markierte den Moment, in dem Bitcoin von einem Nischen-Digitalgut, das in technischen Gemeinschaften diskutiert wurde, zu einem global sichtbaren Zahlungsmittel wurde, das unabhängig von traditionellen Finanzkanälen funktionieren konnte.
Diese entscheidende Phase fiel auch mit Bedenken von Bitcoins pseudonymem Schöpfer Satoshi Nakamoto zusammen. Im BitcoinTalk-Forum warnte Satoshi, dass WikiLeaks „in ein Hornissennest sticht". Diese Worte spiegelten die Sorge wider, dass der plötzliche Aufmerksamkeitsschub dem noch jungen Bitcoin-Netzwerk potenziell schaden könnte.
Glossar: Cablegate bezieht sich auf das große Leck von US-amerikanischen diplomatischen Depeschen im Jahr 2010. Die Veröffentlichung dieser Dokumente setzte WikiLeaks intensivem globalem politischen und finanziellem Druck aus.
Nur wenige Wochen nach dieser Warnung verschwand Satoshi aus der Öffentlichkeit. Daher verschob die WikiLeaks-Episode nicht nur die Wahrnehmung der praktischen Einsatzmöglichkeiten von Bitcoin, sondern markiert auch das abschließende Kapitel von Satoshis öffentlichem Engagement – ein historischer Meilenstein für die Kryptowährung.
Im Anschluss an WikiLeaks' Schritt begannen andere Organisationen und Plattformen, die Annahme von Bitcoin für Spenden und Zahlungen zu erkunden. Im November 2012 führte das Content-Management-System WordPress die Unterstützung für Bitcoin-Zahlungen ein.
Im Februar 2013 kündigte das gemeinnützige Internet Archive seine Bereitschaft an, Spenden in Bitcoin anzunehmen. Später integrierte auch die Wikimedia Foundation, die Wikipedia verwaltet, Bitcoin als Spendenmethode.
Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass in Bitcoins frühen Jahren die Relevanz der Kryptowährung nicht auf ihre Preisentwicklung beschränkt war; sie löste auch große Diskussionen als zensurresistentes und international zugängliches Mittel zur Wertübertragung aus.
Der Beitrag WikiLeaks verlor 95 % seiner Einnahmen und adoptierte BTC im Jahr 2011 erschien zuerst auf COINTURK NEWS.
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