Ethereum steht über mehrere Zeitrahmen hinweg unter erheblichem Druck, nachdem in schneller Folge mehrere wichtige technische Niveaus verloren gegangen sind. Obwohl die jüngste Kurserholung vom lokalen Tief um die $1,5K-Marke kurzfristig etwas Erleichterung gebracht hat, begünstigt die übergeordnete Struktur weiterhin die Verkäufer, sofern ETH keine Reihe wichtiger Widerstandszonen zurückerobert.
Darüber hinaus deutet der steigende Put/Call-Verhältnis auf zunehmende Vorsicht und eine wachsende Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste bei Options-Teilnehmern hin, anstatt auf ein zunehmendes bullisches Engagement.
Der Tageschart zeigt einen entscheidenden Ausbruch nach unten aus einem mehrmonatigen bärischen Flag, das sich seit Februar entwickelt hatte. Nachdem ETH wiederholt Unterstützung entlang der ansteigenden unteren Trendlinie gefunden hatte, verlor es schließlich diese Struktur und beschleunigte sich in einer sauberen, gemessenen Bewegung nach unten.
Der Ausverkauf begann, als der Kurs an der langfristigen absteigenden Trendlinie nahe der $2,4K-Marke abgewiesen wurde, was den Vermögenswert auch unter den gleitenden 100-Tage-Durchschnitt drückte. Der gleitende 100-Tage-Durchschnitt, aktuell bei rund $2,1K, hat sich nun in eine Widerstandsstufe verwandelt. Unterdessen bleibt der gleitende 200-Tage-Durchschnitt deutlich höher bei rund $2,4K. Dies verdeutlicht die allgemeine Stärke des übergeordneten Abwärtstrends.
Nach dem Ausbruch nach unten durchschnitt ETH die wichtige Unterstützungszone bei etwa $1,8K. Dieser Bereich fungierte zuvor als starke Nachfragezone und dient nun wahrscheinlich als Widerstand gegen jeden Erholungsversuch. Ein bärischer Fair Value Gap (FVG) wurde ebenfalls im Bereich von etwa $1,9K gebildet, was eine weitere Angebotszone schafft, in die Verkäufer im Falle eines Retests erneut einsteigen könnten.
Der jüngste Rückgang fand schließlich Nachfrage rund um die $1,5K-Unterstützungszone, was eine Gegenbewegung auslöste. Trotz der Erholung von den Tiefständen bleibt ETH jedoch unterhalb der ehemaligen Unterstützungszone gefangen und hat den bärischen Ausbruch bislang noch nicht invalidiert.
Solange der Kurs unterhalb des Widerstandsclusters von $1,8K–$1,9K bleibt, bleibt die übergeordnete Einschätzung vorsichtig. Obwohl der RSI ebenfalls von überkauften Bedingungen aus nach oben gedreht hat, bleibt er weiterhin unterhalb des bullischen Territoriums. Dies zeigt, dass die Dynamik sich verbessert hat, sich aber noch nicht entscheidend zugunsten der Käufer verschoben hat.
Im 4-Stunden-Zeitrahmen erlebte ETH einen starken impulsiven Rückgang aus der $2K-Region, bevor es Unterstützung an der $1,5K-Nachfragezone fand. Die darauffolgende Kurserholung erscheint eher korrektiv als impulsiv, was darauf hindeutet, dass die Käufer die Kontrolle über den Trend noch nicht zurückgewonnen haben.
Der Markt handelt derzeit bei rund $1,68K und bleibt dabei unterhalb des 0,5 Fibonacci-Retracement-Niveaus bei etwa $1,76K. Darüber hinaus existiert ein dichter Widerstandscluster zwischen den 0,618- und 0,786-Retracement-Niveaus, der sich von etwa $1,8K bis $1,9K erstreckt.
Diese Fibonacci-Zone deckt sich eng mit einem wichtigen bärischen Order-Block, der während des jüngsten Ausverkaufs gebildet wurde, was sie zu einem kritischen Schlachtfeld macht. Jede Erholung in diesen Bereich könnte erneuten Verkaufsdruck von Marktteilnehmern anziehen, die versuchen, Verlustpositionen zu schließen.
Auf der Abwärtsseite bleibt die $1,5K-Unterstützungszone das wichtigste Niveau. Ein Verlust dieses Bereichs würde wahrscheinlich die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs erhöhen und bestätigen, dass die jüngste Kurserholung lediglich eine vorübergehende Pause im übergeordneten Abwärtstrend war.
Das Derivate-Chart hebt die ETH-Options-Aktivität der letzten Woche auf Deribit anhand des Put/Call-Volumenverhältnisses hervor. Zu Beginn der Woche fiel das Verhältnis unter 1, was darauf hindeutete, dass das Call-Volumen begann, das Put-Volumen zu übertreffen. Dies ist ein klassisches Zeichen für eine Verbesserung der Marktstimmung.
Jüngst ist das Verhältnis jedoch scharf auf bis zu 1,7 gestiegen, während das tägliche Gesamtvolumen relativ gedämpft bleibt. Dies deutet auf einen deutlichen Anstieg der Put-Aktivität im Verhältnis zu Calls hin. Daher wächst die Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste trotz ETHs kurzfristiger Kurserholung.
Die Divergenz zwischen der sich erholenden Kursentwicklung und der steigenden Put-Nachfrage zeigt, dass Options-Trader weiterhin vorsichtig hinsichtlich der Nachhaltigkeit der aktuellen Erholung sind. Mit anderen Worten: Während Spot-Käufer rund um die $1,5K-Marke eingestiegen sind, sichern sich Derivate-Teilnehmer weiterhin gegen die Möglichkeit eines weiteren Kursrückgangs ab.
Damit sich die Stimmung merklich verbessert, müsste ETH wahrscheinlich die Widerstandszone von $1,8K–$2K zurückerobern, während das Put/Call-Verhältnis wieder beginnt zu sinken. Bis dahin deutet der Options-Markt darauf hin, dass Trader trotz des jüngsten Erholungsversuchs defensiv aufgestellt bleiben.
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Der Beitrag Ethereum-Preisanalyse: ETHs nächster Rally-Versuch hängt von diesem wichtigen Niveau ab erschien zuerst auf CryptoPotato.
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