Kenia plant, die standardmäßige Mehrwertsteuer (MwSt.) von 16 % auf Elektrofahrzeuge (EVs), Lithium-Ionen-Batterien und Elektrofahrräder auszuweiten und damit Steuervergünstigungen rückgängig zu machen, die die Elektromobilitätsbranche des Landes unterstützt haben.
Der im Finance Bill 2026 enthaltene Vorschlag könnte die Kosten für importierte Batterien, Elektrobusse und zugehörige Komponenten in einem Markt erhöhen, in dem Startups wie BasiGo, Roam und Ampersand ihren Betrieb im öffentlichen Nahverkehr und in der Batterie-Wechsel-Infrastruktur ausbauen.

Die vorgeschlagenen MwSt.-Änderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Elektromobilitätsunternehmen weiterhin stark auf importierte Batterien, Fahrzeuge und Ladeausrüstung angewiesen sind. Eine Branchenstudie aus dem Jahr 2025 stellte fest, dass „alle oder fast alle Inputs für EVs importiert werden", wodurch der Sektor Wechselkurskosten, Versandgebühren und Einfuhrsteuern ausgesetzt ist.
Kenia hat sich in den letzten Jahren zu einem der aktivsten Elektromobilitätsmärkte Ostafrikas entwickelt, was teilweise durch Steueranreize begünstigt wurde, die die Kosten für die Einführung von Elektrofahrzeugen und Batterien senken.
Kenia ist auch zu einem der geschäftigsten Elektromobilitätsmärkte Afrikas geworden, wobei staatliche Investitionsdaten prognostizieren, dass die jährlichen EV-Verkäufe von 2.700 Einheiten im Jahr 2023 auf 70.000 bis 2030 steigen könnten, unterstützt durch Batterie-Wechsel-Netzwerke, Ladeinfrastruktur und die Expansion von EV-Startups in ganz Ostafrika.
Branchenbetreiber haben sich zunehmend Kenia als regionalen Expansionsstandort zugewandt, da das Land über eine zuverlässige Stromversorgung verfügt. Daten der Regierung und des Energiesektors zeigen, dass mehr als 90 % der kenianischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammt, darunter Geothermie, Wasserkraft, Wind und Solar.
Der Finance Bill nennt keine Gründe für die Abschaffung der MwSt.-Entlastung. Die vorgeschlagenen Änderungen sind Teil umfassenderer Anpassungen, die digitale Dienste, Software, Mobiltelefone und Anbieter virtueller Vermögenswerte betreffen, da das Finanzministerium die inländische Steuererhebung ausweiten möchte.
Die vorgeschlagenen Änderungen fügen sich in eine breitere Debatte in den afrikanischen Märkten ein, wie Regierungen die Steuererhebung ausweiten können, während sie gleichzeitig Investitionen in Sektoren unterstützen, die mit dem Klimawandel und dem Industriewachstum verbunden sind.


