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Bank of England akzeptiert bis Jahresende Anträge zur Stablecoin-Ausgabe
Die Bank of England (BoE) hat Stablecoins offiziell als neue Form von Geld eingestuft und bestätigt, dass sie noch vor Ende 2025 damit beginnen wird, Ausgabeanträge von Unternehmen entgegenzunehmen. Dieser Schritt signalisiert die Absicht des Vereinigten Königreichs, digitale Zahlungstoken unter seinen regulatorischen Rahmen zu bringen, im Einklang mit den umfassenderen Bemühungen zur Modernisierung der Finanzinfrastruktur des Landes.
Sasha Mills, Executive Director für Finanzmarktinfrastruktur der BoE, erklärte, dass die Zentralbank bis Ende 2025 bereit sein werde, Anträge von Unternehmen entgegenzunehmen, die systemische Stablecoins einführen möchten – also solche, die für eine weitverbreitete Zahlungsnutzung im Vereinigten Königreich konzipiert sind. Sie betonte, dass die BoE keine Vorab-Beurteilung darüber treffe, ob Einlagen-Token oder Stablecoins geeigneter seien, hob jedoch hervor, dass jeder Stablecoin ein Stabilitätsniveau nachweisen müsse, das dem traditioneller Währungen entspricht.
Die Unterscheidung zwischen systemischen Stablecoins und solchen, die für engere Einzel- oder Unternehmenszwecke verwendet werden, ist zentral für den zweistufigen Regulierungsansatz des Vereinigten Königreichs. Systemische Stablecoins, die bei einem Ausfall die Finanzstabilität beeinträchtigen könnten, werden unter die Aufsicht der BoE fallen. Andere Stablecoin-Aktivitäten werden von der Financial Conduct Authority (FCA) reguliert.
Das Vereinigte Königreich arbeitet seit mehreren Jahren an einem umfassenden Stablecoin-Rahmenwerk. Das Finanzministerium, die BoE und die FCA haben mehrere Konsultationen und Grundsatzpapiere veröffentlicht, und der Financial Services and Markets Act 2023 legte die rechtliche Grundlage für die Regulierung digitaler Abrechnungsanlagen. Die Fertigstellung der Stablecoin-Regeln bis Jahresende würde das Vereinigte Königreich zu einer der ersten großen Volkswirtschaften machen, die ein vollständiges Regulierungsregime für im Zahlungsverkehr eingesetzte Stablecoins einführt.
Für Stablecoin-Emittenten wird der Antragsprozess der BoE voraussichtlich einen strengen Mittelherkunftsnachweis für Reservedeckung, operationelle Widerstandsfähigkeit und die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Standards erfordern. Die Zentralbank hat signalisiert, dass sie Standards anlegen wird, die mit denen für traditionelle Bankeinlagen vergleichbar sind.
Wenn systemische Stablecoins im Vereinigten Königreich eine regulatorische Genehmigung erhalten, könnten sie zu einer Mainstream-Zahlungsmethode für alltägliche Transaktionen werden und potenziell die Abhängigkeit von traditionellen Banküberweisungen und Kreditkarten verringern. Für Unternehmen könnten regulierte Stablecoins schnellere Abrechnungszeiten und niedrigere grenzüberschreitende Zahlungskosten bieten. Da die BoE jedoch auf gleichwertiger Stabilität besteht, müssen Emittenten hochwertige liquide Mittel vorhalten, was die Rendite einschränkt, die sie an die Nutzer weitergeben können.
Der Ansatz des Vereinigten Königreichs steht im Kontrast zu permissiveren Regelungen in Jurisdiktionen wie Singapur und der Europäischen Union, die ebenfalls Stablecoin-Regelungen eingeführt haben, jedoch mit unterschiedlichem Ausmaß an Zentralbankbeteiligung. Die direkte Aufsicht der BoE über systemische Stablecoins deutet auf eine vorsichtige, stabilitätsorientierte Philosophie hin.
Die Entscheidung der Bank of England, bis Jahresende Anträge zur Stablecoin-Ausgabe zu akzeptieren, markiert einen bedeutenden Schritt zur Integration digitaler Währungen in das Finanzsystem des Vereinigten Königreichs. Indem zwischen systemischen und nicht-systemischen Stablecoins unterschieden und die regulatorischen Verantwortlichkeiten entsprechend zugewiesen werden, streben die britischen Behörden danach, Innovation zu fördern und gleichzeitig die Währungsstabilität zu schützen. Das endgültige Rahmenwerk, das bis Ende 2025 erwartet wird, wird sowohl Emittenten als auch Nutzern Klarheit verschaffen und möglicherweise einen Maßstab für andere Zentralbanken setzen.
F1: Was ist ein systemischer Stablecoin?
Ein systemischer Stablecoin ist ein Stablecoin, der für eine weitverbreitete Zahlungsnutzung konzipiert ist und bei einem Ausfall das Potenzial hat, die Finanzstabilität zu beeinträchtigen. Die Bank of England wird diese direkt regulieren.
F2: Wann wird das Stablecoin-Rahmenwerk des Vereinigten Königreichs fertiggestellt?
Die britischen Behörden erwarten, das regulatorische Stablecoin-Rahmenwerk bis Ende 2025 zu finalisieren, wobei die BoE zu diesem Zeitpunkt bereit sein wird, Anträge von Emittenten entgegenzunehmen.
F3: Wie werden Stablecoins im Vereinigten Königreich reguliert?
Systemische Stablecoins werden von der Bank of England reguliert, während andere Stablecoin-Aktivitäten für den Einzel- und Unternehmensgebrauch unter die Aufsicht der Financial Conduct Authority fallen.
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