Der Goldpreis überschritt am Freitag die Marke von 4.700 USD pro Feinunze und bereitete sich auf eine solide Wochenperformance vor, da die institutionelle Nachfrage der Zentralbanken und die geopolitische Instabilität im Nahen Osten weiterhin Marktteilnehmer anzogen.
Der Spot-Goldpreis stieg in den frühen Handelsstunden um 0,8 % auf 4.723,52 USD pro Unze. Die US-Gold-Futures legten um 0,5 % auf 4.731,96 USD zu. Das gelbe Metall steuert auf einen wöchentlichen Gewinn von fast 2 % zu und erholt sich deutlich von den Monatstiefstständen Anfang Mai.
Gold Jun 26 (GC=F)
Marktstrategen der Saxo Bank hoben hervor, dass die Widerstandsfähigkeit von Gold in einer Phase, in der die Aktienmärkte steigen, auf eine anhaltende Akkumulation durch Zentralbanken hindeutet. Sie wiesen auch auf die Besorgnis der Anleger hinsichtlich der Inflationsentwicklung, der Wirtschaftswachstumsraten und der Staatsverschuldung hin.
Aus technischer Analyseperspektive stellten Strategen von XS.com fest, dass Gold ein konstruktives Chartmuster beibehält, solange es oberhalb der Schwelle von 4.680 USD pro Unze bleibt. Dieses Preisniveau fungiert nun als unmittelbarer Unterstützungsboden.
Der jüngste bullische Ausbruch hat laut Simon-Peter Massabni von XS.com erneute algorithmische Käufe ausgelöst und institutionelle Kapitalzuflüsse angezogen. Er deutete an, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Gold die Marke von 4.800 USD testen könnte, sollte der aktuelle Schwung anhalten.
US-amerikanische und iranische Streitkräfte lieferten sich am Donnerstag nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus ein Feuergefecht – die bislang schwerwiegendste Verletzung des einen Monat alten Waffenstillstandsabkommens. Iranische Beamte berichteten anschließend, dass sich die Lage in den Küstenregionen stabilisiert habe.
In einem Interview mit ABC News bestätigte Präsident Trump, dass das Waffenstillstandsabkommen weiterhin Bestand hat. Beide Nationen arbeiten mit internationalen Vermittlern zusammen, um ein Memorandum of Understanding zu entwickeln, das auf die Wiederaufnahme umfassender Friedensgespräche abzielt.
Gold verzeichnete nach Ausbruch des Iran-Konflikts Ende Februar einen Rückgang von über 10 %. Die in diesem Zeitraum steigenden Rohölpreise verstärkten die Inflationssorgen und erhöhten die Zinserwartungen, was für das Edelmetall zu einem Gegenwind führte.
Diese Woche half die Aussicht auf eine umfassendere Friedensregelung dabei, die Ölpreise zu mäßigen. Sinkende Ölpreise lindern den Inflationsdruck, was in der Folge den Zwang für die Federal Reserve verringert, die Zinsen hoch zu halten.
Ein moderater Rückgang des US-Dollars im Mitte-der-Woche-Handel stützte ebenfalls den Goldpreis. Der US-Dollar-Index blieb während der asiatischen Handelssitzungen am Freitag relativ stabil mit einer leichten Abwärtstendenz.
Händler verhielten sich vorsichtig und enthielten sich davon, im Vorfeld des für den späteren Freitag geplanten US-Berichts zu den Nonfarm-Payrolls bedeutende Positionen aufzubauen. Marktanalysten prognostizieren ein Beschäftigungswachstum von etwa 65.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich bei 4,3 % stabil bleiben wird.
Ein schwächer als erwarteter Beschäftigungszuwachs könnte Argumente für mögliche Zinssenkungen der Fed stärken. Sinkende Zinsen stützen in der Regel den Goldpreis, da das Metall keine Ertragsrendite generiert.
Andere Metalle aus dem Edel- und Industriebereich verzeichneten am Freitag ebenfalls Gewinne. Der Spot-Silberpreis sprang um 1,9 % auf 79,95 USD pro Unze. Platin legte um 1,7 % auf 2.060,30 USD pro Unze zu. Kupfer-Futures an der London Metal Exchange stiegen um 0,4 %.
Das nächste kritische Kursziel, das Marktteilnehmer für Gold im Blick haben, liegt bei 4.800 USD pro Unze.
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