Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, sagte, dass bei einer Entscheidung darüber, wie bald die Zinssätze angehoben werden sollen, berücksichtigt werden muss, dass der reale Zinssatz des Landes niedrig ist, berichtete Reuters am Freitag.
Ueda fügte hinzu, dass Japan mit steigender Inflation aufgrund eines „negativen Angebotsschocks" konfrontiert ist, die mit der Geldpolitik schwieriger einzudämmen ist als eine durch starke Nachfrage getriebene Inflation. Er verzichtete darauf, sich zu den Markterwartungen hinsichtlich einer möglichen Zinserhöhung bei der Sitzung im April zu äußern.
Wichtige Zitate
Marktreaktion
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Bank of Japan FAQs
Die Bank of Japan (BoJ) ist die japanische Zentralbank, die die Geldpolitik im Land festlegt. Ihr Auftrag besteht darin, Banknoten auszugeben und Währungs- und Geldkontrolle durchzuführen, um Preisstabilität zu gewährleisten, was ein Inflationsziel von etwa 2% bedeutet.
Die Bank of Japan begann 2013 mit einer ultra-lockeren Geldpolitik, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation in einem Niedriginflationsumfeld anzufachen. Die Politik der Bank basiert auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), d.h. dem Drucken von Geld zum Kauf von Vermögenswerten wie Staats- oder Unternehmensanleihen, um Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 verstärkte die Bank ihre Strategie und lockerte die Politik weiter, indem sie zunächst negative Zinssätze einführte und dann die Rendite ihrer 10-jährigen Staatsanleihen direkt kontrollierte. Im März 2024 erhöhte die BoJ die Zinssätze und zog sich damit effektiv von der ultra-lockeren Geldpolitik zurück.
Die massiven Stimulierungsmaßnahmen der Bank führten dazu, dass der Yen gegenüber seinen wichtigsten Währungspartnern an Wert verlor. Dieser Prozess verschärfte sich 2022 und 2023 aufgrund einer zunehmenden politischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen wichtigen Zentralbanken, die sich für eine starke Zinserhöhung entschieden, um jahrzehntelang hohe Inflationsniveaus zu bekämpfen. Die Politik der BoJ führte zu einer sich ausweitenden Differenz zu anderen Währungen und zog den Wert des Yen nach unten. Dieser Trend kehrte sich 2024 teilweise um, als die BoJ beschloss, ihre ultra-lockere Geldpolitik aufzugeben.
Ein schwächerer Yen und der Anstieg der globalen Energiepreise führten zu einem Anstieg der japanischen Inflation, die das 2%-Ziel der BoJ überstieg. Die Aussicht auf steigende Gehälter im Land – ein Schlüsselelement, das die Inflation anheizt – trug ebenfalls zu dieser Entwicklung bei.
Quelle: https://www.fxstreet.com/news/bojs-ueda-central-bank-must-take-into-account-japans-low-real-rates-in-setting-policy-202604170228








