Die Krypto-Handels- und Kreditfirma BlockFills hat Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet, nachdem sie Kundenabhebungen ausgesetzt, rechtlichem Druck ausgesetzt war und Verluste in zweistelliger Millionenhöhe gemeldet hat.
Die in Chicago ansässige Krypto-Handels- und Kreditfirma BlockFills ist nach wochenlangen finanziellen Turbulenzen und Rechtsstreitigkeiten um Kundengelder unter den Insolvenzschutz nach Chapter 11 getreten.
Reliz Ltd., der Betreiber hinter BlockFills, reichte den freiwilligen Insolvenzantrag beim U.S. Bankruptcy Court für den Bezirk Delaware zusammen mit drei verbundenen Unternehmen ein. Die Einreichung erfolgt, nachdem die Firma Kundenabhebungen ausgesetzt und Vorwürfe des Missbrauchs von Kundenvermögen gegenüberstand.
BlockFills bestätigte, dass es nach Gesprächen mit Investoren, Kunden und Gläubigern über die Zukunft des Geschäfts Chapter 11 angemeldet hat. Das Unternehmen sagte, der Umstrukturierungsprozess werde helfen, den Wert zu erhalten und die Rückforderungen für die Beteiligten zu verbessern.
In seiner offiziellen Erklärung sagte die Firma:
Der Chapter 11-Prozess wird es dem Unternehmen ermöglichen, den Betrieb fortzusetzen, während es Umstrukturierungspläne verfolgt, strategische Transaktionen prüft und zusätzliche Liquiditätsquellen sucht.
Die Insolvenzanmeldung folgt auf eine Phase zunehmenden finanziellen Drucks für die Firma.
BlockFills hat Berichten zufolge etwa 75 Millionen Dollar verloren und hatte nach potenziellen Käufern oder Notfinanzierung gesucht, um das Geschäft zu stabilisieren. Die Firma hat zuvor Kundeneinzahlungen und Auszahlungen im Februar gestoppt und herausfordernde Markt- und Finanzbedingungen angeführt.
Gerichtsunterlagen zeigen, dass das Unternehmen derzeit folgendes auflistet:
Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der finanziellen Notlage, mit der die institutionelle Krypto-Handelsfirma konfrontiert ist.
Trotz der aktuellen Krise war BlockFills ein wichtiger Akteur auf den institutionellen Kryptomärkten. Das Unternehmen meldete über 60 Milliarden Dollar Handelsvolumen während 2025, was eine Steigerung von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Die Plattform bediente auch mehr als 2.000 institutionelle Kunden in über 95 Ländern, darunter Hedgefonds, Vermögensverwalter, Market Maker und Mining-Unternehmen.
Rechtliche Herausforderungen spielten ebenfalls eine wichtige Rolle beim Zusammenbruch des Unternehmens.
Der Gläubiger Dominion Capital reichte eine Klage ein, in der BlockFills beschuldigt wird, Krypto-Vermögenswerte von Kunden missbraucht und vermischt zu haben, während erhebliche Verluste verschleiert wurden. Die Klage behauptet, die Firma habe sich geweigert, Millionen von Dollar an Kundengeldern, die auf der Plattform gespeichert waren, zurückzugeben.
Dominion behauptete, dass BlockFills Kundenvermögen mit Unternehmensgeldern in einer einzigen Bilanz zusammengelegt habe, was zu einem Bilanzdefizit von etwa 77 Millionen Dollar bis Ende 2025 geführt habe.
Laut der Beschwerde wurden diese zusammengelegten Vermögenswerte angeblich verwendet, um Unternehmensausgaben zu decken, einschließlich Krypto-Mining-Operationen, Gerätekäufen und Vergleichen mit anderen Kryptofirmen.
Anfang dieses Monats erließ ein US-Bundesrichter in New York eine einstweilige Verfügung, die mit dem Streit verbundene Bitcoin einfror, einschließlich etwa 70,5 BTC, die auf der Plattform gehalten wurden, mit einem Wert von ungefähr 4,8 Millionen Dollar zu diesem Zeitpunkt.
Das Gericht ordnete auch an, dass die Firma Kundengelder offenlegen und trennen muss, während das Gerichtsverfahren läuft.
Die Turbulenzen führten auch zu Führungswechseln in der Firma. BlockFills-Mitbegründer und CEO Nicholas Hammer trat zurück, wobei Joseph Perry als Interim-CEO fungiert.
Das Unternehmen hatte zuvor Unterstützung von mehreren großen institutionellen Investoren angezogen, darunter Susquehanna Private Equity Investments, CME Ventures, Simplex Ventures, C6E und Nexo Inc.
BlockFills baute seinen Ruf auf, indem es Liquiditätsbereitstellung, Krypto-Kredit und Verleih, Derivatehandel und außerbörsliche Ausführungsdienste für institutionelle Kunden anbot.
Nach meiner Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptomärkte offenbaren Insolvenzen wie diese oft tiefere strukturelle Probleme im Zusammenhang mit Obhut und Risikomanagement. Was im Fall BlockFills hervorsticht, ist die Behauptung, dass Kundenvermögen mit Unternehmensgeldern zusammengelegt wurden. Diese Praxis schafft ernsthafte Transparenzrisiken für institutionelle Kunden.
Ich glaube, dieser Fall könnte ein weiterer wichtiger rechtlicher Test dafür werden, wie Krypto-Vermögenswerte von Kunden während Insolvenzverfahren behandelt werden. Wenn Gerichte beginnen, strengere Trennungsanforderungen durchzusetzen, könnte dies die Branche zu stärkeren Obhutsstandards drängen.
Für institutionelle Kredit-Krypto-Plattformen sind Vertrauen und Vermögenstrennung alles, und sobald dieses Vertrauen bricht, wird die Erholung extrem schwierig.
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