Das US-Justizministerium (DOJ) hat für den Gründer eines großen Bitcoin-Investment-Betrugs eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren erwirkt.
Laut den Staatsanwälten hat dieser Betrug mehr als 90.000 Anleger weltweit um über 200 Mio. USD gebracht.
In einer Mitteilung vom Donnerstag hat das DOJ bestätigt, dass Ramil Ventura Palafox, 61 Jahre alt, verurteilt wurde. Er hatte sich wegen Betrugs mit Telekommunikation und Geldwäsche schuldig bekannt.
Palafox war Gründer, Vorstand und Geschäftsführer von Praetorian Group International (PGI). Das war ein Unternehmen mit Multi-Level-Marketing, das angeblich große Gewinne durch Bitcoin-Handel und Krypto-Strategien versprach.
Laut Gerichtsakten war PGI von Dezember 2019 bis Oktober 2021 aktiv. Das Unternehmen sammelte in dieser Zeit weltweit über 201 Mio. USD von Anlegern ein. Es wurden tägliche Renditen von 0,5 bis 3 Prozent versprochen – angeblich durch fortgeschrittenes Bitcoin-Arbitrage und Handelsgeschäfte.
Tatsächlich fanden Ermittler heraus, dass PGI nicht im nötigen Umfang am Handel beteiligt war, um diese Gewinne zu erwirtschaften. Stattdessen handelte es sich um ein klassisches Schneeballsystem. Neue Anleger zahlten die Auszahlungen älterer Teilnehmer.
Die Behörden teilten mit, dass mindestens 30,2 Mio. USD in Fiat-Geld investiert wurden, sowie 8.198 Bitcoin. Diese waren zum Zeitpunkt der Investition etwa 171,5 Mio. USD wert.
Die bestätigten Verluste lagen bei mindestens 62,7 Mio. USD. Die Staatsanwaltschaft nimmt jedoch an, dass der tatsächliche Schaden noch viel höher ist.
Um den Eindruck von Gewinnen aufrechtzuerhalten, soll Palafox ein Online-Portal für Anleger gesteuert und manipuliert haben. Dort wurden falsche Kontostände angezeigt.
Zwischen 2020 und 2021 zeigte die Plattform ständig gefälschte Ergebnisse. Sie vermittelte stetiges Wachstum und bestärkte das Vertrauen der Anleger – obwohl der Betrug schon im Hintergrund zusammenbrach.
Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Palafox große Summen der Anleger-Gelder für einen luxuriösen Lebensstil ausgab.
Laut Anklage nutzte er etwa 3 Mio. USD für 20 Luxusautos. Außerdem zahlte er rund 329.000 USD für Penthouse-Aufenthalte in einer Luxus-Hotelkette. Dazu kaufte er vier Wohnimmobilien in Las Vegas und Los Angeles, die mehr als 6 Mio. USD kosteten.
Weitere Ausgaben betrafen rund 3 Mio. USD für Designer-Kleidung, Schmuck, Uhren und Möbel von teuren Marken.
Laut Anklage überwies Palafox mindestens 800.000 USD in Fiat-Geld sowie 100 Bitcoin – damals etwa 3,3 Mio. USD – an ein Familienmitglied.
Das System begann Mitte 2021 zusammenzubrechen, nachdem die Website von PGI offline ging und immer mehr Auszahlungsanträge kamen. Obwohl Palafox im September 2021 als Geschäftsführer zurücktrat, behielt er laut Behörden zunächst die Kontrolle über die Firmenkonten.
Die Staatsanwaltschaft bezeichnet diesen Fall als einen der größten Krypto-Schneeballsysteme der vergangenen Jahre. Die Verurteilung ist ein klares Ende für ein System, das von übertriebenen Krypto-Gewinnen und weltweiter Anwerbung lebte.
Trotz Unterschiede bei Größe und Komplexität ist der Fall in vielen Punkten vergleichbar mit dem Zusammenbruch von FTX und den Folgen. Beide nutzten den Krypto-Boom aus und versprachen den Anlegern große, aber unrealistische Renditen:
Das Kapital der Anleger wurde teils für verschwenderische Zwecke missbraucht:
Beide nutzten täuschende Methoden, um das Vertrauen der Anleger zu sichern:
PGI betrog mehr als 90.000 Anleger, wobei der bestätigte Schaden über 62,7 Mio. USD liegt. FTX betraf Millionen von Menschen und riesige Fehlbeträge.
Es kam zu Anklagen: Palafox wurde im Februar 2026 zu 20 Jahren Haft verurteilt und SBF erhielt 2024 eine Strafe von 25 Jahren.
All diese Fälle zeigen ein Muster bei kriminellen Akteuren in Krypto und verdeutlichen gleichzeitig, dass das DOJ weiter hart gegen Krypto-Betrug vorgeht.
Der Beitrag Praetorian-Group-Enthüllungen: Parallelen zu FTX-Managementversagen bei 200-Mio.-USD-Bitcoin Betrug erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


