Im Jahr 2025 nahm die Krypto-Kriminalität eine gewalttätige Wendung.
Körperliche Angriffe zum Diebstahl von Kryptowährungen, bekannt als „Schraubenschlüssel-Angriffe", stiegen laut einem neuen Bericht von CertiK um 75 % gegenüber dem Vorjahr, mit 72 bestätigten Vorfällen weltweit.
Der Bericht kennzeichnet das vergangene Jahr als Wendepunkt, an dem körperliche Gewalt zu einer zentralen Bedrohung für Krypto-Inhaber wurde.
Schraubenschlüssel-Angriffe beschreiben in diesem Kontext Szenarien, in denen Opfer oft durch Gewaltanwendung gezwungen werden, private Schlüssel herauszugeben. Der Bericht dokumentierte einen Anstieg der körperlichen Übergriffe um 250 %, darunter Hauseinbrüche, Entführungen und sogar Mord.
Europa macht inzwischen über 40 % aller solchen Vorfälle weltweit aus, gegenüber 22 % im Jahr 2024 laut Bericht. Frankreich führte mit 19 gemeldeten Angriffen, mehr als doppelt so viele wie in den Vereinigten Staaten. CertiK führt diesen Anstieg auf organisierte Kriminelle zurück, die zunehmend bekannte Krypto-Inhaber in Frankreich, Spanien und Schweden ins Visier nehmen.
In einigen Fällen drangen Kriminelle gewaltsam in die Häuser der Opfer ein. In anderen Fällen nahmen sie Ehepartner, Kinder oder ältere Eltern ins Visier, um Kooperation zu erzwingen. Sogenannte „Honigtopf"-Systeme, bei denen Angreifer gefälschte romantische Beziehungen aufbauen, um Übergriffe zu inszenieren, waren ebenfalls in den Daten enthalten.
Hinter der Gewalt stehen scheinbar Verbesserungen in der digitalen Sicherheit, die die Hacking-Kosten erhöhen. Dennoch funktioniert es immer noch, jemanden mit einer Waffe zu bedrohen. Der Bericht nennt dies das „Technische Paradoxon": stärkere Technologie, aber die gleiche fragile menschliche Ebene.
Mit über 40 Millionen US-Dollar an bestätigten Verlusten und wahrscheinlich weit mehr nicht gemeldeten Fällen warnte CertiK, dass persönliche Sicherheit nun Teil der Krypto-Risikogleichung ist.
Der Kryptowährungsbereich arbeitet an Lösungen, die Versicherungspolicen umfassen. Einige bekannte Unternehmen, darunter der Versicherungsriese Lloyd's of London, haben begonnen, ihren Kunden Deckungen anzubieten, die Schraubenschlüssel-Angriffe einschließen.
