Bitcoin wurde am Mittwoch stark verkauft. Der Kurs fiel in 24 Stunden um mehr als sechs Prozent und rutschte kurzzeitig in den niedrigen 83.000-USD-Bereich. Dieser Rückgang kam sehr schnell am späten Abend und durchbrach mehrere Unterstützungszonen, ohne dass es direkt wieder Käufe gab.
Der Kursrückgang passiert, weil gleichzeitig drei Risiken zusammenkommen: Erstens steigen die Spannungen zwischen den USA und Iran. Zweitens gibt es immer mehr Befürchtungen wegen eines US-Regierungsstillstands. Drittens sorgt eine harte Winterkrise in Nordamerika für Probleme bei der Infrastruktur.
Die geopolitischen Risiken sind zurück, weil Washington neue Warnungen an Teheran geschickt hat. Gleichzeitig zeigt Iran, dass es bereit wäre, auf eine militärische Eskalation stark zu reagieren.
Bewegungen der Marine im Nahen Osten und neue Debatten über Sanktionen machen viele Menschen nervös. Vor allem, weil die diplomatischen Beziehungen weiter angespannt sind.
Märkte reagieren in frühen Phasen von Konflikten oft damit, dass sie als Risiko gesehen werden – und nicht als Sicherheit.
Für Bitcoin bedeutet das meist, dass Anleger kurzfristig Risiken abbauen. Dies gilt vor allem, wenn viele mit Hebel investieren und nur wenig Geld im Markt steckt.
Zur gleichen Zeit rechnen immer mehr Anleger damit, dass ein Regierungsstillstand in den USA passiert, weil die Verhandlungen über die Finanzierung feststecken.
Ohne eine späte Einigung könnten mehrere Behörden nicht mehr arbeiten. Es kann zu Verzögerungen bei Zahlungen kommen, und finanzielle Planung wird schwieriger.
In der Vergangenheit ist der Bitcoin-Kurs bei jedem der letzten drei Shutdowns stark gefallen, teilweise um bis zu 16 Prozent.
In der Praxis bedeutet das: Viele Händler reduzieren erst mal ihre Investments und schauen später neu, wie der Markt aussieht. Dies gilt besonders, wenn die Nachfrage im Markt ohnehin schwach ist.
Eine harte Winterkrise stört weiterhin große Teile der USA und Kanada. Es kommt zu Stromausfällen, verspäteten Transporten und Problemen in der Infrastruktur.
Obwohl Wetter selten der Hauptgrund für starke Bewegungen beim Bitcoin-Kurs ist, sorgt es in Verbindung mit politischen und finanziellen Problemen für noch mehr Risiko-Abneigung.
In diesem Fall wirkt der Sturm vor allem zusätzlich, da die Stimmung noch vorsichtiger wird. Er beeinflusst jedoch nicht direkt die Bitcoin-Blockchain oder das Mining.
Der Intraday-Chart von Bitcoin zeigt erst einen längeren, langsamen Rückgang und dann einen starken Absturz am späten Abend. Dass der Kurs nicht schnell zurückspringt, deutet darauf hin, dass vor allem erzwungene Verkäufe durch Liquidationen oder Stop-Losses den Kursrutsch ausgelöst haben – weniger normale Verkäufer.
Solche Bewegungen entstehen oft, wenn zu wenig Liquidität da ist, um schnellen Verkaufsdruck abzufangen. Das hängt häufig mit zurückgehender Nachfrage zusammen.
Eine der wichtigsten Veränderungen zeigt sich bei den Bitcoin-ETFs in den USA. Seit Jahresbeginn haben ETFs etwa 4.600 BTC netto verkauft – im Vergleich dazu gab es im gleichen Zeitraum letztes Jahr fast 40.000 BTC an Nettozuflüssen.
Das ist bedeutend, weil ETFs bislang die verlässlichste Nachfragequelle für den Spotmarkt waren.
Wenn dieses Kaufinteresse fehlt, können Kurserholungen nur schwer anhalten. Und bei Rückgängen fällt der Kurs oft stärker, weil weniger Käufer da sind, die die Coins aufnehmen.
On-Chain-Daten zeigen, dass Transaktionen zwischen null und 10.000 USD bei privaten Anlegern im letzten Monat stark zurückgegangen sind. Das heißt, es wird nicht nur weniger angesammelt – auch das Interesse von Kleinanlegern ist geringer.
Kurzzeitig kann der Markt einen Rückgang bei Privaten verkraften. Auf Dauer fehlt jedoch eine wichtige Stütze für den Bitcoin-Kurs.
Zusammen mit ETF-Abflüssen wird der Markt immer abhängiger von kurzfristigen Tradern und Hebelwirkung. Beides verstärkt die Schwankungen am Markt.
Trotz des Ausverkaufs bleibt die Kennzahl „Bitcoin-Angebot im Minus“ im Vergleich zur Vergangenheit eher niedrig. Das bedeutet, dass die meisten Halter noch nicht verkauft haben und Buchgewinne besitzen. Oft tritt nach so einer Situation ein weiterer Rückgang ein, bevor ein Boden erreicht ist. Meist folgt also mehr Abwärtsdruck, nicht direkt eine Erholung.
Fällt der Kurs in Bereiche, wo mehr Angebot in den Verlust wechselt, kann der Verkaufsdruck schnell stärker werden. Die Stimmung kippt und viele werden vorsichtiger.
Die Daten zeigen das Letztere. Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Angst vor Schließungen haben wahrscheinlich dazu geführt, dass mehr Risiken reduziert werden. Allerdings deuten ETF-Abflüsse und der Rückgang bei der Nachfrage von Privatanlegern darauf hin, dass der Markt ohnehin schon labil war.
Es sieht nicht so aus, als hätten die Ereignisse die Schwäche erst geschaffen. Vielmehr haben die äußeren Schocks eine bereits vorhandene, versteckte Instabilität im Markt sichtbar gemacht.
Falls sich die Nachfrage nicht wieder bessert, könnte Bitcoin weiterhin unruhige Kurse mit nur schwachen Erholungen zeigen. Jeder Anstieg nach oben müsste zudem von besseren ETF-Zuflüssen oder mehr Interesse von Privatanlegern getragen werden, damit er sich halten kann.
Wenn der Kurs klar unter die jüngsten Tiefpunkte fällt, könnte das die nächste Verkaufswelle auslösen.
Im Moment hängt es bei Bitcoin weniger von Schlagzeilen ab. Entscheidend ist, ob die grundlegende Nachfrage zurückkommt, bevor die Schwankungen erneut eine Korrektur erzwingen.
Der Beitrag US-Iran-Konflikt, drohender Regierungsstillstand, Winterkrise: Steht dem Bitcoin-Kurs jetzt ein Absturz bevor? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


