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Polymarket: Sorge um „Informationswäsche“ nach Iran- und Maduro-Wetten

Polymarket steht unter neuer Beobachtung, weil einige riskante Wetten zu politischen Ereignissen Sorgen auslösen. Viele denken, dass Vorhersagemärkte genutzt werden, um geheime Informationen öffentlich zu machen.

Diese Diskussion kommt nach der berüchtigten Maduro-Wette Anfang des Monats.

Enthüllt: Insider-Trader auf Polymarket zu Venezuela – Trump äußert sich

Anfang des Monats machte eine anonyme Wallet aus einer Wette von 30.000 USD mehr als 400.000 USD Gewinn. Die Person setzte darauf, dass Venezuelas Präsident abgesetzt wird – nur wenige Stunden bevor US-Kräfte ihn festnahmen.

US-Präsident Donald Trump sagte später, dass ein venezolanischer Informant, der mit der Aktion zu tun hatte, schon im Gefängnis war.

Das Blockchain-Analyseunternehmen Lookonchain zeigt nun: Zwei der drei Wallets, die mit den Maduro-Gewinnen verbunden sind, waren seit elf Tagen nicht mehr aktiv. Das weckt Spekulationen, dass vielleicht Polizei oder Krypto-Börsen eingegriffen haben.

Die dritte Wallet aber ist wieder aktiv geworden.

Diese Wallet platzierte vor zwei Tagen eine neue Wette. Sie sagt voraus, dass Irans oberster Anführer Ayatollah Ali Khamenei bis zum 31. Januar abgesetzt wird. Der Markt ist noch offen, da in ganz Iran weiterhin protestiert wird.

Polymarket-Wetten zu Protesten im Iran

Inzwischen haben Polymarket-Nutzer schon große Verluste bei Iran-Wetten gemacht.

Beginnt jetzt das Zeitalter der Informationswäsche?

Vor wenigen Tagen setzte ein großes Wallet auf „Ja“, dass die Vereinigten Staaten den Iran angreifen würden – und zwar bis zum 14. Januar.

Als die Proteste schlimmer wurden und Iran vorübergehend seinen Luftraum schloss, stieg die Wahrscheinlichkeit bei Polymarket auf 51 Prozent. Fast 50 Millionen USD wurden dort gehandelt.

Doch der Angriff blieb aus.

Iran öffnete seinen Luftraum nach vier Stunden wieder. Präsident Trump sagte, ihm wurde gemeldet, dass die Hinrichtungen von Demonstranten gestoppt wurden.

Der Markt wertete mit „Nein“ aus. Damit wurden 255.817 Anteile des Traders wertlos. Ein möglicher Gewinn von 160.000 USD wurde zu einem Verlust von etwa 40.000 USD.

Diese verlorene Wette hat die Sorgen nicht beruhigt. Im Gegenteil: Analysten sagen nun, dass manche Polymarket nutzen, um Meinungen zu beeinflussen und nicht nur, um Vorhersagen zu treffen.

Diese Methode nennt man „Informationswäsche“. Dabei wird zuerst eine Wette platziert. Dann sorgen Nachahmer und soziale Medien dafür, dass die Wette bekannter wird. Später wird die Position wieder geändert, wenn der Markt sich bewegt.

Da Polymarket-Chancen oft auf X und Telegram als aktuelles Signal für politische Risiken gezeigt werden, kann eine gut getimte Wette schon für Schlagzeilen sorgen, Bots zum Handeln bringen und die Stimmung verändern – und das alles, bevor es öffentliche Bestätigungen gibt.

Politiker beobachten das Thema bereits sehr genau.

Politiker zeigen sich besorgt

Nach der Maduro-Wette stellte Abgeordneter Ritchie Torres das Gesetz Public Integrity in Financial Prediction Markets Act von 2026 vor. Es würde US-Beamten verbieten, auf Märkte zu wetten, die etwas mit Regierungsentscheidungen zu tun haben, wenn sie geheimes Wissen besitzen.

Das Gesetz hat viele Unterstützer im Repräsentantenhaus. Es wurde aber noch nicht abgestimmt und es gibt auch keinen Vorschlag im Senat.

Bisher gibt es keine Beweise, dass US-Insider mit den Iran-Wetten zu tun haben. Doch das Muster mit plötzlichen großen Wetten, schnellen Meinungsumschwüngen und starken Kurssprüngen rückt Vorhersagemärkte in ein neues, gefährliches Licht.

Die Gefahr ist nun nicht nur, wer wettet. Viel wichtiger scheint, wie die Wetten selbst das beeinflussen können, was die Welt für wahrscheinlich hält.

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