Das Hyperliquid Policy Center und Phantom haben die US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufgefordert, ihr Regelwerk für den On-Chain-Handel zu aktualisieren, mit der Begründung, dass bestehende Vorschriften, die für traditionelle Finanzmärkte entwickelt wurden, nicht zur dezentralen Infrastruktur passen.
Laut einem gemeinsamen Stellungnahmeschreiben, das am Donnerstag vom Hyperliquid Policy Center (HPC) und Phantom eingereicht wurde, geht der aktuelle regulatorische Rahmen von einer Marktstruktur aus, in der Broker, Börsen und Clearingstellen die Kundengelder während des gesamten Handelsprozesses kontrollieren. Die Organisationen führten aus, dass On-Chain-Märkte anders funktionieren, da Nutzer die Kontrolle über ihre eigenen Vermögenswerte behalten.
Die Einreichung ist eine Reaktion auf eine gemeinsame Anfrage zur Informationsbeschaffung (RFI), die im vergangenen Monat von der CFTC und der Securities and Exchange Commission (SEC) veröffentlicht wurde und die Öffentlichkeit um Feedback zu Vorschriften bat, die die finanzielle Innovation verlangsamen und es neuen Technologien erschweren könnten, mit von der CFTC regulierten Unternehmen zusammenzuarbeiten. Wie crypto.news zuvor berichtete, prüfen die Behörden auch, ob die bestehenden Definitionen für Swaps und verwandte Derivate noch für neuere Finanzprodukte geeignet sind.
In ihrer Eingabe argumentierten HPC und Phantom, dass Entwickler von On-Chain-Handelssoftware nicht automatisch als Börsen oder Clearingstellen registriert werden müssen, nur weil sie dezentrale Infrastruktur aufbauen. Sie erklärten zudem, dass Non-Custodial-Wallet-Schnittstellen wie Phantom nicht als einführende Broker behandelt werden sollten.
Die Organisationen argumentierten, dass blockchain-basierte Software nicht auf dieselbe Weise reguliert werden kann wie zentralisierte Intermediäre, da Code – im Gegensatz zu traditionellen Marktbetreibern – keine Verträge eingehen, auf Aufsichtsbehörden reagieren oder rechtliche Verantwortungen ausüben kann.
Neben diesen Vorschlägen heißt es in dem Schreiben, dass Unternehmen, die bereits bei der CFTC registriert sind, Blockchain-Technologie für Handel und Clearing nutzen dürfen sollten, ohne unnötigen regulatorischen Hürden ausgesetzt zu sein.
Die Empfehlungen erfolgen, während US-Aufsichtsbehörden weiterhin prüfen, wie dezentrale Finanzen in die bestehenden Derivatevorschriften passen. CFTC-Vorsitzender Michael Selig hatte zuvor erklärt, dass die gemeinsame Überprüfung mit der SEC dazu beitragen könnte, langjährige Unsicherheiten im Rahmen des Dodd-Frank-Gesetzes zu lösen, während SEC-Vorsitzender Paul Atkins klarere Definitionen für neuere Finanzprodukte gefordert hat.
Der Vorschlag fällt zudem in eine Zeit, in der die CFTC sich mit einer Klage der CME Group wegen der Zulassung regulierter Krypto-Perpetual-Futures konfrontiert sieht.
Wie crypto.news zuvor berichtete, verklagte die CME die Aufsichtsbehörde im Juni, nachdem diese Perpetual-Futures-Produkte von Plattformen wie Kalshi zugelassen und einen regulierten Weg für ähnliche Angebote eröffnet hatte. Die Börse argumentiert, dass Perpetual-Kontrakte im Rahmen des Dodd-Frank-Gesetzes eher als Swaps denn als Futures eingestuft werden sollten, und behauptet, die Aufsichtsbehörde habe den für Swap-Produkte erforderlichen Rechtsprozess umgangen.
Der Streit erregte zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem Kalshi sein Angebot über Bitcoin-Perpetuals hinaus ausgeweitet hatte, um Kontrakte im Zusammenhang mit Ethereum, XRP und Hyperliquid zu listen, während Coinbase ebenfalls einen regulierten Weg sicherte, um bestimmte Krypto-Perpetual-Futures über eine mit Deribit verbundene Infrastruktur anzubieten.
HPC-Gründer Jake Chervinsky hat öffentlich Widerspruch gegen die Klage der CME eingelegt, sie als schweren Fehler bezeichnet und der Börse vorgeworfen, neue Wettbewerber blockieren zu wollen. Einen Tag nach der Einreichung der Klage durch die CME veröffentlichten die CFTC und die SEC ihre gemeinsame Aufforderung zur öffentlichen Stellungnahme, in der speziell gefragt wurde, ob die rechtliche Definition von Swaps aktualisiert werden sollte, um aufkommenden Produkten wie Krypto-Perpetual-Kontrakten Rechnung zu tragen.


