ASML bleibt eines der wichtigsten Unternehmen in der globalen Chipfertigung. Seine EUV-Lithografiemaschinen sind die einzigen, die in der Lage sind, die weltweit fortschrittlichsten Halbleiter herzustellen – und niemand sonst baut sie.
ASML Holding N.V., ASML
Dieses Quasi-Monopol hat die Aktie in beeindruckende Höhen getrieben. Doch nach einem starken Lauf stellen sich Investoren nun eine einfache Frage: Wie viel Aufwärtspotenzial bleibt noch?
Die Ergebnisse für Q1 2026 gaben wenig Anlass zur Sorge um das Geschäft selbst. ASML verzeichnete einen Nettoumsatz von 8,8 Mrd. €, eine Bruttomarge von 53,0 % und einen Nettogewinn von 2,8 Mrd. €. Das Unternehmen hob daraufhin seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf 36–40 Mrd. € Nettoumsatz bei einer Bruttomarge von 51–53 % an.
Das sind nach jedem Maßstab starke Zahlen.
Die angehobene Prognose signalisiert, dass die Nachfrage nach fortschrittlicher Chipausrüstung nicht nachlässt. Die Maschinen von ASML werden benötigt, egal ob das Endprodukt ein KI-Chip, ein Hochleistungsprozessor oder ein fortschrittlicher Speicher ist.
Auf seinem Investorentag 2024 legte ASML einen Weg zu einem Jahresumsatz von 44–60 Mrd. € bis 2030 dar. Die Bruttomargen sollen in diesem Zeitraum 56–60 % erreichen.
Diese Perspektive spiegelt einen strukturellen Wandel wider, nicht nur einen zyklischen Aufschwung. Da Chips immer komplexer werden, benötigen sie mehr Lithografieschritte – und mehr ASML-Maschinen.
Das ist eine mächtige Position. Das Unternehmen jagt nicht dem Wachstum hinterher. Das Wachstum ist im Wesentlichen in die Richtung eingebaut, in die sich die Halbleiterfertigung bewegt.
Deshalb haben Investoren in der Vergangenheit einen Aufpreis für ASML-Aktien gezahlt. Die Qualität des Geschäfts ist schwer zu bestreiten.
Die größte Wolke, die über der Aktie hängt, ist geopolitischer Natur. China machte im vergangenen Jahr 33 % des ASML-Umsatzes aus – eine Zahl, die schwer zu ignorieren ist.
Reuters berichtete im April, dass ein vorgeschlagenes US-Gesetz die Exportbeschränkungen für Ausrüstung zur Chipproduktion, einschließlich ASML-Tools und Wartung, verschärfen könnte. Laut Reuters wehrte sich die niederländische Regierung im Mai gegen weitere Einschränkungen.
Der Ausgang dieser Pattsituation bleibt unklar. Jede Verschärfung könnte den Umsatzmix von ASML direkt beeinflussen.
Jenseits der Geopolitik ist die Bewertung der andere Knackpunkt. MarketBeat führt ASML mit einem Konsens von 32 Analysten für "Moderate Buy". Doch die Kursziele haben sich verschoben – eine Seite zeigte einen Durchschnitt von 1.772,63 $, während ein Update im Juni 1.589,63 $ nannte.
Die Aktie wurde von der Wall Street nicht aufgegeben. Aber Analysten weisen nicht mehr auf eine große Lücke zwischen dem Kurs und dem Ziel hin.
Das ist die Situation, in der sich ASML befindet. Das Geschäft ist erstklassig. Der Burggraben ist real. Die langfristigen Ziele sind glaubwürdig.
Doch zum aktuellen Preis erhalten Investoren für nichts davon einen Rabatt.
Stand der jüngsten Analystendaten liegt das durchschnittliche Kursziel für ASML bei 1.589,63 $, was es nahe an – oder unter – dem aktuellen Kurs der Aktie platziert.
Der Beitrag ASML-Aktie: Langfristig immer noch kaufenswert? erschien zuerst auf CoinCentral.


