Anthropic, das Unternehmen hinter den Claude-KI-Modellen, hat mit der Frühphasenarbeit an einem maßgeschneiderten KI-Chip begonnen. Das Unternehmen hat laut einem Bericht von The Information Gespräche mit Samsung Electronics als potenziellen Fertigungspartner geführt.
Das Projekt befindet sich noch in seiner frühesten Phase. Es wurden noch keine detaillierten Design- oder Fertigungsarbeiten begonnen, und Anthropic könnte es möglicherweise nicht weiterverfolgen.
Um seine Absicht zu signalisieren, stellte Anthropic Clive Chan ein, ein frühes Mitglied des eigenen Chip-Teams von OpenAI. Die Einstellung deutet auf einen gezielten Aufbau interner Chip-Engineering-Kapazitäten hin.
Die Gespräche konzentrieren sich auf Samsungs 2-Nanometer-Fertigungsprozess und seine fortschrittlichen Packaging-Anlagen. Das würde Samsung in direkten Wettbewerb mit Taiwan Semiconductor Manufacturing bringen, das derzeit die Hochleistungs-KI-Chipproduktion dominiert.
Samsung Electronics Co., Ltd., SMSD.L
Dies ist ein bekannter Weg für KI-Unternehmen. Google baute seine Tensor Processing Units vor Jahren. Amazon hat Trainium und Inferentia. OpenAI kooperierte mit Broadcom, um einen Chip namens Jalapeño zu entwickeln, einen Inferenz-Chip, der letzten Monat vorgestellt wurde.
Anthropic sammelte im Mai 65 Milliarden Dollar in einer Serie-H-Runde ein und erreichte eine Bewertung von 965 Milliarden Dollar. Samsung Electronics, SK Hynix und Micron nahmen alle an dieser Runde teil, was Samsung sowohl zum Investor als auch zum potenziellen Fertigungspartner macht.
Samsung ist der einzige Chip-Investor in dieser Runde, der auch ein Foundry-Geschäft betreibt. Das bedeutet, dass es nicht nur Speicher entwirft oder herstellt – es fertigt die Chip-Designs anderer Unternehmen in seinen eigenen Fertigungsanlagen.
Maßgeschneiderte Chips, bekannt als ASICs, ermöglichen es KI-Unternehmen, ihre Hardware auf spezifische Arbeitslasten abzustimmen. Das kann die Effizienz im Vergleich zum Kauf von Standard-Prozessoren von Nvidia verbessern.
Nvidia hält nach wie vor einen geschätzten Marktanteil von 74 % am KI-Chip-Markt. Dieser Anteil ist trotz des Drucks von KI-Laboren, eigene Chips zu entwickeln, nicht gesunken.
Google erwägt separat, Samsung für einen Teil einer zukünftigen Tensor Processing Unit einzusetzen. Das wäre ein weiterer Gewinn für Samsungs Auftragsfertigungsgeschäft, wenn es zustande kommt.
Anfang dieser Woche kündigten Samsung Group und SK Group eine kombinierte Investition von 518 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt an, um vier Speicherchip-Werke in Südkorea zu bauen.
Anthropic machte deutlich, dass dies kein Abwenden von seinen bestehenden Chip-Partnern ist. In einer Erklärung gegenüber The Information sagte das Unternehmen, dass AWS Trainium, Google TPUs und Nvidia GPUs weiterhin zentral für die Skalierung seiner Rechenkapazitäten bleiben werden.
Das Unternehmen befindet sich auch in Gesprächen über die Nutzung von Chips von Microsoft und dem britischen Startup Fractile. Das deutet auf eine Multi-Vendor-Strategie hin, anstatt auf eine einzelne Foundry-Beziehung.
Für Investoren ist die entscheidende Frage, ob Samsung diese frühen Gespräche in einen bestätigten Produktionsvertrag umwandeln kann. Jede formelle Vereinbarung wäre eine direkte Herausforderung für TSMCs Quasi-Monopol bei der Fertigung von KI-Chips der Spitzenklasse.
Samsung hatte historisch gesehen Schwierigkeiten mit den Ausbeuten bei führenden Prozessknoten im Vergleich zu TSMC, eine Sorge, die Analysten wiederholt geäußert haben.
Der Beitrag Anthropic Is Building Its Own AI Chip — and Samsung Could Make It erschien zuerst auf CoinCentral.


