Figma (FIG) erhielt diese Woche einen doppelten Schub. Citigroup nahm die Abdeckung mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 36 $ auf, und HSBC stufte den Konkurrenten Adobe (ADBE) hoch – beide Schritte senden eine klare Botschaft, dass die Wall Street die KI-Disruptions-Befürchtungen im Design-Software-Bereich zunehmend gelassener sieht.
Figma, Inc., FIG
FIG stieg nach dem Citigroup-Call um 5,2 % und war zeitweise um über 8 % gestiegen, wodurch die Aktie auf rund 19,67 $ kletterte, nachdem sie von einem jüngsten Tief von 16,81 $ abgeprallt war. Das ist eine deutliche Erholung für eine Aktie, die seit ihrem IPO 2025 unter Druck stand.
Citigroups Kursziel von 36 $ ist fast doppelt so hoch wie der aktuelle Handelskurs von FIG. Eine solche Lücke zieht die Aufmerksamkeit sowohl institutioneller als auch privater Händler auf der Suche nach Neubewertungsmöglichkeiten auf sich.
Das HSBC-Upgrade von Adobe war für Figma wohl genauso bedeutsam. Analyst Stephen Bersey hob Adobe von Halten auf Kaufen mit einem Kursziel von 308 $, gegenüber zuvor 282 $, nachdem Adobe ein Umsatzwachstum von 12,7 % im Jahresvergleich für Q2 des Geschäftsjahres 2026 gemeldet hatte.
Das ist eine bedeutungsvolle Aussage für FIG-Investoren. Figmas Aktie war durch dieselbe KI-Disruptions-Erzählung nach unten gezogen worden, die Adobe-Aktionäre verunsichert hatte. Wenn Adobe – der größere, etabliertere Akteur – gut dasteht, erscheinen die Befürchtungen rund um Figma weniger begründet.
Adobes KI-first-Umsatz wuchs zwar um das 3-fache im Jahresvergleich, machte aber immer noch nur etwa 2 % des Umsatzes in Q2 des Geschäftsjahres 2026 aus. Die „Klebrigkeit" der Plattform, getrieben durch Workflow-Vertrautheit und eingebettete KI-Funktionen, hält die Nutzer bei der Stange.
Figmas eigene Zahlen erzählen eine klassische Hochwachstums-Software-Geschichte. Der Jahresumsatz lag bei rund 1,06 Mrd. $, mit einer Bruttomarge von nahezu 80 % – ein starker Indikator dafür, dass das Kernprodukt gut skaliert.
Die Verluste sind jedoch real. Das Betriebsergebnis im letzten Quartal betrug etwa -137,4 Mio. $, und der Nettoverlust lag bei rund -142,4 Mio. $. Die Rendite auf Vermögenswerte und Eigenkapital sind beide negativ.
Was den bullischen Fall am Leben erhält, ist die Bilanz. FIG hält etwa 1,64 Mrd. $ in bar und kurzfristigen Anlagen mit einer Current Ratio von nahezu 2,5 und sehr wenig Schulden. Das Unternehmen generierte im letzten Quartal auch fast 97 Mio. $ an operativem Cashflow, mit einem freien Cashflow von rund 88,6 Mio. $.
FIGs Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei rund 8x – erhöht, aber nicht ungewöhnlich für einen Software-Titel, der in diesem Tempo mit diesen Margen wächst.
Die Intraday-Kursbewegung nach dem Citigroup-Call verlief geordnet. FIG handelte eng zwischen 19,60 $ und 20,05 $ während der Mittagssitzung, wobei Rückgänge nahe 19,70 $ gekauft wurden. Die Aktie hält sich oberhalb der früheren Unterstützung im Bereich von 18–18,50 $.
Citigroups Kursziel von 36 $ und das HSBC-Adobe-Upgrade markieren zusammen die bullischste Woche, die FIG seit seinem IPO erlebt hat.
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