Ein ehemaliger hochrangiger Beamter des Ministeriums für Innere Sicherheit erklärte am Samstag, dass die jüngsten Äußerungen von Vizepräsident JD Vance, in denen er die Watergate-Affäre abtut, einem „stillschweigenden Eingeständnis" gleichkommen, dass das Verhalten der Trump-Regierung schwerwiegender ist als der Skandal, der Richard Nixons Präsidentschaft beendete – und könnte es letztlich einfacher machen, Regierungsbeamte zur Rechenschaft zu ziehen.
Miles Taylor, der ehemalige Stabschef des DHS, der heute die Gruppe Defiance.org leitet, äußerte sich während eines Auftritts bei MS NOW's „Alex Witt Reports" und reagierte damit auf Vances Behauptung, dass Watergate heute kaum mehr als eine kurze Nachrichtenmeldung wäre.

Taylor stimmte teilweise düster zu und sagte, dass Watergate im Vergleich zu dem, was Präsident Donald Trump derzeit tut, vielleicht nur eine mehrtägige Geschichte rechtfertigen würde. Der Grund, so argumentierte er, sei, dass Trump Dinge getan habe, die er als wesentlich verfassungswidriger als Watergate bezeichnete – und Vances Kommentar sei aus Taylors Sicht genau ein Eingeständnis dessen.
Doch Taylor zog eine scharfe Trennlinie zwischen den beiden Präsidentschaften. Nixon, so bemerkte er, habe versucht, seine Missbräuche zu vertuschen. Trump und sein Team hingegen hätten Maßnahmen offen durchgeführt, die Bundesrichter als offensichtlich verfassungswidrig eingestuft haben, ohne jeden Versuch, diese zu verbergen.
Diese Dreistigkeit, so Taylor, sei ein zweischneidiges Schwert.
Er verwies auf ehemalige Staatsanwälte des Justizministeriums, die glauben, dass die offene Missachtung des Gesetzes durch die Regierung letztlich gegen sie arbeiten werde. Indem sie das, was Taylor als Gesetzlosigkeit bezeichnete, offen zur Schau stellen, könnten Beamte einem künftigen demokratischen Kongress und einer künftigen Regierung die nötigen Beweise liefern, um Rechenschaft einzufordern.
Taylor beschrieb die Dynamik als zweischneidiges Schwert für die Regierung – dasselbe offene Verhalten, das Verteidiger der Rechtsstaatlichkeit alarmiert, könnte auf lange Sicht zur Grundlage werden, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.


