Der Silberpreis hatte es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Nach einem Anstieg über 120 US-Dollar je Unze in den frühen Monaten wird Silber nun unter 60 US-Dollar gehandelt – der niedrigste Stand seit etwa sieben Monaten – und lässt Anleger fragen, ob die Korrektur sich ihrem Ende nähert oder ob noch mehr Spielraum für fallende Preise besteht.
Laut Marktexperte Alex Mason ist die Antwort ziemlich offensichtlich. Seiner Meinung nach wiederholt Silber das frühere Muster nach dem berühmten Top von 2011, und sein Chart zeigt, dass ein weiteres Ziel bei 40 US-Dollar je Unze wartet.
Es gibt mehrere Gründe, warum der Silberpreis unter Druck steht. Der größte ist das allgemeine wirtschaftliche Bild. Der steigende Wert des US-Dollars und über den Erwartungen liegende Kern-PCE-Inflationsdaten erhöhten die Erwartungen, dass die Federal Reserve ihre Zinssätze auf hohem Niveau halten würde.
Höhere Zinssätze führen normalerweise zu Preisrückgängen bei Edelmetallen, da Silber kein ertragsbringendes Gut ist. Ein Anstieg des Dollarwerts erhöht auch die Kosten für Silber für Anleger, die es mit anderen Währungen kaufen.
Die Nachfrage nach Silber von Industrieabnehmern ist eine weitere Variable, die die Silberpreisbewegungen beeinflusst. Silber wird in großem Umfang in der Produktion von Solarmodulen, Automobilen, Halbleitern und Elektronik eingesetzt.
Die Anlegerstimmung hat den Silberpreis ebenfalls belastet. Obwohl Edelmetalle oft als sichere Häfen betrachtet werden, strömen Anleger in unsicheren Zeiten nicht immer in Silber. Viele entscheiden sich stattdessen dafür, ihr Geld in Bargeld oder höher rentierlichen Anlagen zu parken.
Wir haben uns den von Alex Mason geteilten Silber-Chart angesehen, und es ist leicht zu erkennen, warum er bärisch bleibt. Sein Chart verfolgt die Bewegung von über 120 US-Dollar in den Bereich von 89 bis 96 US-Dollar, bevor er einen weiteren Rückgang in Richtung 58 US-Dollar und schließlich 40 US-Dollar projiziert.
Der Chart zeigt weiterhin niedrigere Hochs und niedrigere Tiefs, was bedeutet, dass die Verkäufer die Kontrolle behalten. Mason vergleicht die Konstellation mit dem Silbereinbruch, der auf die Rally von 2011 folgte. In diesem Zyklus stiegen die Preise schnell an, bevor sie in einen langanhaltenden Rückgang übergingen, als Hebeleffekte abgebaut wurden und Käufer sich zurückzogen.
Er weist auch darauf hin, dass mehrere wichtige Unterstützungsniveaus bereits gebrochen sind. Solange der Silberpreis diese Niveaus nicht zurückerobert, bleibt der übergeordnete Trend nach unten gerichtet.
Die nächste Bewegung des Silberpreises wird wahrscheinlich durch eine Reihe wichtiger Wirtschaftsereignisse bestimmt. Falls die Inflation anhaltend hoch bleibt und die Fed ihre Politik hoher Zinssätze beibehält, könnte Silber weiter unter Druck geraten.
Die Industrienachfrage wird ebenfalls im Fokus bleiben. Starke Aktivität aus der Solar- und Elektrofahrzeugbranche könnte zur Stabilisierung der Preise beitragen, da beide Sektoren große Mengen Silber verbrauchen. Gleichzeitig könnten schwächere Produktionsdaten die Nachfrage reduzieren und die Korrektur verlängern.
Globale Unsicherheit ist ein weiterer Faktor, den es zu beobachten gilt. Edelmetalle ziehen in Zeiten geopolitischer Spannungen oft Käufer an, obwohl breite Marktverkäufe Anleger manchmal dazu zwingen, Rohstoffe zusammen mit anderen Vermögenswerten zu liquidieren.
Ein Rückgang auf 40 US-Dollar würde einen weiteren großen Abwärtsschub gegenüber dem heutigen Niveau erfordern, aber Mason glaubt, dass dieses Ergebnis möglich bleibt, wenn das aktuelle Muster anhält.
Dies könnte jedoch anhaltend hohe Zinssätze, einen starken USD und eine noch schwächere Industrienachfrage erfordern. Im Gegensatz dazu könnte eine gute wirtschaftliche Entwicklung und eine starke physische Nachfrage den Rückgang von Silber unter dieses Niveau verlangsamen.
Derzeit begünstigt das technische Bild noch immer die Bären. Der Silberpreis hat noch keine überzeugende Trendwende gezeigt, und viele Händler werden genau beobachten, ob die Unterstützung beginnt zu halten oder ob Masons 40-US-Dollar-Prognose einen Schritt näher an die Realität rückt.
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