Kalshi leitet rechtliche Schritte gegen Illinois wegen staatlicher Lizenzierungsanforderungen für Vorhersagemärkte ein.
Neues Illinois-Gesetz schreibt staatliche Lizenzen für Betreiber von Vorhersagemärkten vor.
Plattform argumentiert, dass die bestehende CFTC-Regulierung staatliche Anforderungen verdrängt.
Unternehmen beantragt einstweilige Verfügung vor dem Inkrafttreten am 01.07.
Rechtsstreit verschärft laufende Auseinandersetzungen über die Zuständigkeit für Sport-Vorhersagemärkte.
Die Vorhersagemarkt-Plattform Kalshi hat rechtliche Schritte gegen Illinois-Behörden eingeleitet und bestreitet kürzlich verabschiedete Lizenzierungsgesetze, die Vorhersagemärkte regeln und Gebühren auf bestimmte digitale Asset-Aktivitäten erheben. Die Plattform behauptet, dass ihre ereignisbasierten Kontrakte unter die ausschließliche Bundesgerichtsbarkeit der Commodity Futures Trading Commission fallen. Das Unternehmen versucht, durch gerichtliche Intervention zu verhindern, dass die Vorschriften am 01.07. in Kraft treten.
Diese Woche reichte Kalshi seine Klage beim U.S. District Court für den Northern District of Illinois ein. Zu den Beklagten gehören Gouverneur JB Pritzker, Generalstaatsanwalt Kwame Raoul und weitere Staatsbeamte. Der Fall richtet sich gegen bestimmte Abschnitte des SB3019, ein Gesetz, das Pritzker als Teil eines umfassenden Haushalts- und Einnahmenpakets unterzeichnet hat.
Gemäß dem Gesetz müssen Betreiber von Vorhersagemärkten eine staatliche Genehmigung einholen, bevor sie Geschäfte mit Einwohnern von Illinois tätigen. Darüber hinaus führt das Gesetz eine Gebühr von 0,2 % auf bestimmte digitale Asset-Transaktionen und damit verbundene Dienstleistungen ein. Kalshi argumentiert, dass diese Vorschriften einen regulatorischen Bereich untergraben, den der Kongress für die Bundesaufsicht vorgesehen hat.
Die Plattform fungiert als designierter Kontraktmarkt mit CFTC-Registrierung gemäß dem Commodity Exchange Act. Kalshi behauptet, dass Illinois nicht befugt ist, einen unabhängigen Lizenzierungsrahmen für seine unter Bundesaufsicht stehenden Ereigniskontrakte zu schaffen. Das Unternehmen macht geltend, dass solche Maßnahmen widersprüchliche Verpflichtungen erzeugen und einheitliche Standards für bundesweite Derivaten-Plattformen untergraben.
Laut Kalshi verleiht der Commodity Exchange Act der CFTC die alleinige Zuständigkeit für Kontrakte, die an registrierten Börsen ausgeführt werden. Staatliche Behörden klassifizieren jedoch bestimmte sportbezogene Ereigniskontrakte als Glückspielinstrumente, die staatlichen Glücksspielgesetzen unterliegen. Diese grundlegende Meinungsverschiedenheit hat zu mehreren Rechtsstreitigkeiten zwischen Vorhersageplattformen und staatlichen Vollzugsbehörden geführt.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Einhaltung staatlicher Anforderungen die Einstellung bestimmter Sportkontrakte für Illinois-Kunden erforderlich machen würde. Eine solche Maßnahme könnte möglicherweise gegen föderale Einheitlichkeitsstandards verstoßen, die für Produkte auf designierten Kontraktmärkten gelten. Kalshi würde auch erhebliche Kosten für Geobeschränkungstechnologie, regulatorische Compliance-Infrastruktur und zuständigkeitsspezifische Produktanpassungen entstehen.
Ein jurisdiktionsweiser Regulierungsansatz könnte bundesweite Plattformen dazu zwingen, ihre Angebote je nach Standort des einzelnen Kunden anzupassen. Infolgedessen könnten Betreiber in mehreren Bundesstaaten unterschiedliche Lizenzen, Kontraktportfolios und Zugangsmanagementsysteme benötigen. Kalshi argumentiert, dass der Kongress die föderale Derivaten-Aufsicht speziell eingeführt hat, um solche fragmentierten Marktbedingungen zu vermeiden.
Kalshi hat eine einstweilige Verfügung beantragt, die Illinois daran hindert, die angefochtenen Bestimmungen umzusetzen. Das Unternehmen verfolgt außerdem vorläufige und dauerhafte einstweilige Verfügungen bis zur Klärung seiner Argumente zur föderalen Verdrängung. Die Plattform behauptet, dass die Durchsetzung unmittelbaren geschäftlichen Schaden verursachen und irreversible Betriebskosten generieren würde.
Diese rechtliche Auseinandersetzung entsteht inmitten umfassenderer Rechtsstreitigkeiten über sportbezogene Vorhersagemärkte und föderale Regulierungszuständigkeit. Die CFTC hat Maßnahmen von neun Bundesstaaten, einschließlich Illinois, angefochten und dabei ihre Zuständigkeit über registrierte Börsen geltend gemacht. Die Bundesstaaten behaupten, dass lokale Verbraucherschutzmaßnahmen und Glücksspielgesetze Sportausgangskontrakte regeln.
Illinois-Beamte haben zuvor ihre Absicht bekundet, die staatliche Autorität aufrechtzuerhalten und Verbraucherschutzbemühungen innerhalb ihrer Grenzen voranzutreiben. Weder Pritzker noch Raoul haben unmittelbare Stellungnahmen zu Kalshis aktueller Klage abgegeben. Das Gericht muss nun entscheiden, ob die föderale Derivaten-Gesetzgebung die neu eingeführten staatlichen Lizenzierungsanforderungen verdrängt.
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