Mysten Labs hat den Seal MPC Prototyp im Sui Testnet gestartet und damit ein Framework eingeführt, das autonomen AI Agents ermöglicht, Zahlungen einzuleiten und zu verwalten, ohne direkt die privaten Schlüssel der Nutzer zu kontrollieren.
Der Prototyp kombiniert Multi-Party Computation (MPC) mit On-Chain-Richtliniendurchsetzung, um eine wachsende Herausforderung im agentischen Handel zu bewältigen: KI-Systemen zu ermöglichen, finanzielle Aktionen durchzuführen, während die Kontrolle des Nutzers über digitale Vermögenswerte gewahrt bleibt.
Anstatt einem AI Agent vollen Zugriff auf eine Wallet zu gewähren, verteilt Seal MPC die kryptografische Autorität auf mehrere Teilnehmer. In dieser Architektur kann keine einzelne Partei, einschließlich des AI Agents selbst, Transaktionen eigenständig autorisieren oder ausführen.
Die Markteinführung folgt dem Einsatz des dezentralen Seal Key Servers im Sui Testnet um den 12.03.2026. Diese Infrastruktur führte dezentrale Secrets-Management-Funktionen ein und bildet die Grundlage für den neu veröffentlichten programmierbaren Wallet-Prototyp.
Unter dem Seal MPC Modell können AI Agents Transaktionen vorschlagen, die Ausführung unterliegt jedoch vordefinierten On-Chain-Zugriffskontrollen, die in Move Smart-Contracts geschrieben sind.
Nutzer können Ausgabenrichtlinien mithilfe von Regeln in natürlicher Sprache festlegen, anstatt komplexen Code zu verwenden. Diese Richtlinien können tägliche Ausgabenlimits, Genehmigungsschwellen und Einschränkungen zur Begrenzung von Zahlungen auf bestimmte Gegenparteien umfassen.
Nach der Konfiguration werden die Regeln automatisch durch Smart-Contracts im Netzwerk durchgesetzt. Dieser Ansatz ermöglicht es KI-Systemen, autorisierte Aktionen auszuführen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Transaktionen innerhalb benutzerdefinierter Grenzen bleiben.
Das System nutzt Move, die von Sui verwendete Programmiersprache. Ursprünglich bei Meta als Teil des Diem-Projekts entwickelt, wurde Move speziell für die sichere Verwaltung digitaler Vermögenswerte und programmierbare Eigentumskontrollen konzipiert.
Seals dezentrale Secrets-Management-Architektur reduziert außerdem Risiken, die mit zentralisierter Schlüsselspeicherung verbunden sind, indem kryptografisches Material über ein Netzwerk von Key-Servern verteilt wird, anstatt auf einen einzigen Speicherort zu vertrauen.
Mysten Labs hat Seal MPC als Teil eines umfassenderen Infrastruktur-Stacks positioniert, der agentische Anwendungen auf Sui unterstützt. Über Zahlungen hinaus ist die Technologie für verschlüsselte Nachrichten, sichere Enklaven und andere Anwendungen vorgesehen, die einen kontrollierten Zugriff auf sensible Informationen erfordern.
Der Prototyp ergänzt auch Walrus, Suis dezentrale Speicherinfrastruktur. Gemeinsam zielen die Technologien darauf ab, Entwicklern Werkzeuge für sichere Transaktionsausführung, verschlüsseltes Datenmanagement und dezentrale Anwendungsentwicklung bereitzustellen, ohne von zentralisierten Dienstleistern abhängig zu sein.
Für das Sui-Ökosystem könnte zusätzliche Infrastruktur potenzielle Blockchain-Aktivitäten erweitern, indem neue Kategorien KI-gestützter Anwendungen unterstützt werden, die automatisierte Transaktionen und programmierbare Zugriffskontrollen erfordern.
Seal MPC bleibt jedoch ein Testnet-Prototyp. Vor einer breiteren Produktionsbereitstellung werden Sicherheitsaudits, Stresstests und Validierungen in der realen Welt erwartet. Der voraussichtliche Mainnet-Rollout um den 18.06.2026 stellt den nächsten Meilenstein in der Entwicklungs-Roadmap des Projekts dar.
Der Prototyp wurde mit einem Move 2024-Paket und React dapp-kit entwickelt und bietet Entwicklern eine Referenzarchitektur für den Aufbau KI-gestützter Anwendungen, die sichere und richtlinienkontrollierte Blockchain-Interaktionen erfordern.
Kürzlich hat Sui seine Confidential Transfers Beta eingeführt und dabei datenschutzverbessernde Transaktionsfunktionen vorgestellt, die auf die Unterstützung regulatorischer Compliance und institutioneller Anwendungsfälle ausgelegt sind. Gleichzeitig erlebte das Netzwerk drei Mainnet-Ausfälle innerhalb von zwei Tagen nach dem v1.72-Upgrade, was Bedenken hinsichtlich der Betriebsstabilität aufwarf. Die Entwicklungen spiegeln Suis anhaltende Bestrebungen wider, die Blockchain-Privatsphäre zu erweitern und gleichzeitig die Infrastrukturzuverlässigkeit nach den jüngsten Upgrades zu verbessern.


