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US-Verbraucherpreisindex (CPI)-Daten sollen im April beschleunigte Inflation anzeigen, während die Ölpreise hoch bleiben
Washington, D.C. – Das U.S. Bureau of Labor Statistics wird noch diese Woche die Daten des Verbraucherpreisindex (CPI) für April veröffentlichen. Ökonomen erwarten weitgehend, dass der Bericht eine erneute Beschleunigung der Inflation zeigen wird. Der Haupttreiber hinter diesem erwarteten Anstieg ist die anhaltend hohe Entwicklung der globalen Ölpreise, die im ersten Quartal des Jahres hartnäckig hoch geblieben sind.
Konsensprognosen großer Finanzinstitute deuten darauf hin, dass der Gesamt-CPI im April um 0,4 % im Monatsvergleich gestiegen ist, wodurch die jährliche Inflationsrate auf etwa 3,5 % gestiegen ist, gegenüber 3,2 % im März. Der Kern-CPI, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, soll um 0,3 % im Monatsvergleich gestiegen sein, was die jährliche Kernrate bei etwa 3,8 % hält.
Die Energiekomponente wird voraussichtlich der bedeutendste Beitragsfaktor sein. Die Rohölpreise lagen im April durchgehend über 85 USD pro Barrel, wobei Brent-Rohöl gelegentlich 90 USD berührte. Dies hat sich direkt in höhere Benzinpreise an den Zapfsäulen übersetzt, wobei der nationale Durchschnitt für normales Benzin auf 3,65 USD pro Gallone gestiegen ist, gegenüber 3,40 USD Anfang März.
Mehrere Faktoren halten die Ölpreise hoch. Die OPEC+ setzt weiterhin Produktionskürzungen durch, wobei Saudi-Arabien die Produktion freiwillig um weitere 1 Million Barrel pro Tag reduziert. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, einschließlich anhaltender Störungen in den Schifffahrtsrouten des Roten Meeres, haben einen Risikoaufschlag auf Rohöl hinzugefügt. Unterdessen haben die US-amerikanische Raffineriewartungssaison und ein Übergang zu Sommer-Kraftstoffmischungen das inländische Angebot verknappt.
Diese angebotsseitigen Einschränkungen treten vor dem Hintergrund einer relativ robusten globalen Nachfrage auf, insbesondere aus den Vereinigten Staaten und aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften. Die Kombination ist ein klassisches Rezept für anhaltenden Preisdruck.
Der April-CPI-Bericht erscheint zu einem kritischen Zeitpunkt für die Federal Reserve. Nachdem die Zentralbank Anfang des Jahres drei potenzielle Zinssenkungen für 2024 signalisiert hatte, ist sie vorsichtiger geworden, da sich die Inflation als hartnäckiger als erwartet erwiesen hat. Vorsitzender Jerome Powell hat wiederholt die Notwendigkeit eines „größeren Vertrauens" betont, dass sich die Inflation nachhaltig dem 2 %-Ziel nähert, bevor die Geldpolitik gelockert wird.
Eine Beschleunigung des April-CPI würde wahrscheinlich die aktuelle abwartende Haltung der Fed bestärken und den Zeitplan für die erste Zinssenkung weiter in die zweite Hälfte des Jahres 2024 verschieben. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % für eine Senkung bei der September-Sitzung ein, gegenüber 70 % noch vor einem Monat.
Für amerikanische Haushalte belastet die anhaltend hohe Inflation – insbesondere bei den Energiekosten – weiterhin die Budgets. Transport-, Heizungs- und Produktionskosten fließen alle in höhere Preise für Waren und Dienstleistungen ein. Die April-Daten werden von Politikern, Investoren und Verbrauchern gleichermaßen aufmerksam beobachtet als wichtiger Indikator dafür, ob der Desinflationstrend Ende 2023 ins Stocken geraten oder umgekehrt worden ist.
Analysten warnen, dass die Daten eines Monats keinen Trend darstellen, aber ein zweiter aufeinanderfolgender Monat mit beschleunigter Inflation würde Bedenken hinsichtlich einer länger anhaltenden Periode erhöhter Preise aufwerfen.
Die bevorstehende Veröffentlichung des April-CPI ist mehr als eine routinemäßige wirtschaftliche Aktualisierung – es ist ein entscheidender Datenpunkt, der die Preisentwicklung der Geldpolitik für den Rest des Jahres 2024 prägen könnte. Da die Ölpreise keine unmittelbaren Anzeichen eines Rückgangs zeigen, bleibt der Inflationsausblick trüb. Die Federal Reserve steht vor einem heiklen Balanceakt: den Druck auf die Inflation aufrechtzuerhalten, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Die April-Zahlen werden den nächsten wichtigen Hinweis darauf liefern, in welche Richtung die Waage kippt.
F1: Wann werden die April-CPI-Daten veröffentlicht?
Das Bureau of Labor Statistics soll den April-Verbraucherpreisindex-Bericht am Mittwoch, 15.05.2024, um 8:30 Uhr Ostküstenzeit veröffentlichen.
F2: Wie wirken sich Ölpreise direkt auf den CPI aus?
Ölpreise wirken sich auf den CPI hauptsächlich über die Energiekomponente aus, die Benzin, Heizöl und Strom umfasst. Benzin allein hat ein erhebliches Gewicht im CPI-Warenkorb. Höhere Ölpreise erhöhen auch Transport- und Produktionskosten für viele Waren, was im Laufe der Zeit zu breiteren Preiserhöhungen führt.
F3: Was ist der Unterschied zwischen dem Gesamt-CPI und dem Kern-CPI?
Der Gesamt-CPI umfasst alle Artikel, einschließlich volatiler Lebensmittel- und Energiepreise. Der Kern-CPI schließt Lebensmittel und Energie aus, um einen klareren Überblick über die zugrunde liegenden Inflationstrends zu liefern. Ökonomen und die Federal Reserve konzentrieren sich für politische Entscheidungen oft auf den Kern-CPI, aber der Gesamt-CPI wird von den Verbrauchern direkter wahrgenommen.
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