US-Präsident Donald Trump verteidigt seinen Krieg gegen den Iran als eine Frage der nationalen Sicherheit und behauptet, er habe das Regime in Teheran daran gehindert, eine Atomwaffe zu entwickeln. Doch laut einer Kolumne von Bloomberg News' Andreas Kluth macht Trumps Krieg einen der gefährlichsten Verbündeten der Vereinigten Staaten zu einer noch größeren Bedrohung: Nordkorea.
„Seit Jahrzehnten, in denen amerikanische Präsidenten seine Diktatur nachlässig mit anderen Schreckgespenstern im Nahen Osten als Teil schwammiger ‚Achsen des Bösen' und dergleichen in einen Topf geworfen haben, war Nordkorea wohl die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten Südkorea und Japan", erklärt Kluth, der für seinen starken Fokus auf nationale Sicherheit und Geopolitik bekannt ist. „Und jedes Mal, wenn die USA ihre Militärmacht gegen diese anderen Ziele einsetzte – Irak, Afghanistan und jetzt Iran – wurde Pjöngjang unter aufeinanderfolgenden Generationen der Kim-Dynastie immer überzeugter, dass der einzige Weg, einen amerikanischen Angriff zu verhindern, der Besitz eigener Atomwaffen sei. Und nicht nur wenige, sondern genug, um Amerikas Raketenabwehr zu überwältigen."
Kluth warnt, dass Kim Jong Un, Nordkoreas kommunistischer Diktator, „ein Arsenal besitzt, das auf die teuflischste Weise beeindruckend ist."
„Er verfügt über schätzungsweise 50 Atomsprengköpfe und genug angereichertes Uran, um 50 weitere zu bauen", stellt Kluth fest. „Nordkorea produziert auch genug Spaltmaterial, um auf unbestimmte Zeit etwa 20 Sprengköpfe pro Jahr hinzuzufügen. Es scheint mindestens auf Parität mit Atommächten wie Frankreich oder Großbritannien abzuzielen, die jeweils über 200 verfügen. Kims Waffen reichen von relativ ‚kleinen' taktischen Atomwaffen, vergleichbar mit dem Hiroshima-Atombombenabwurf, die er im Kampf gegen Südkorea einsetzen könnte, bis hin zu riesigen thermonuklearen Bomben, die ganze amerikanische Städte auslöschen könnten…. Im Gegensatz dazu verfügte der Iran über keine Atomwaffen, als die USA ihn angriff, weder letzten Juni noch diesen Februar. Teheran war auch laut US-Geheimdiensteinschätzungen nicht aktiv auf der Suche danach, welche zu bauen."
Kluth interviewte den erfahrenen US-Außenministeriumsveteranen Joel Wit, der sagte, dass Kim Jong Un über die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten „wahrscheinlich erfreut" sei.
„Der unkluge amerikanische Krieg gegen den Iran scheint das Problem Nordkorea damit verschlimmert zu haben", so Kluth. „Ein Diktator, der sich bereits stärker fühlte als in Trumps erster Amtszeit, verfügt nun über mehr diplomatisches Gewicht und militärische Macht, auch wenn er Grund hat, noch paranoider gegenüber der potenziell tödlichen Unberechenbarkeit seines Gegenübers im Weißen Haus zu sein. Kim Jong Un ist gefährlicher als je zuvor, und die Vereinigten Staaten scheinen nichts dagegen tun zu können."


