Der XRP-Kurs notiert aktuell bei rund 1,42 US-Dollar und konnte sich in den vergangenen Wochen zwar stabilisieren, im Vergleich zu Bitcoin fehlt bislang jedoch weiterhin der klare Ausbruch. Während Bitcoin zuletzt wieder wichtige Kursmarken zurückerobern konnte, bewegt sich XRP technisch weiterhin überwiegend seitwärts und bleibt in einer längeren Konsolidierungsphase gefangen. Das Hoch aus dem März bei rund 1,60 US-Dollar wurde bislang nicht erneut angelaufen. Seit dieser Bewegung fehlt dem Markt aktuell noch das Momentum für eine nachhaltige Fortsetzung nach oben.
Gleichzeitig zeigt sich im Derivatemarkt zunehmend Skepsis. Immer mehr Trader setzen auf fallende Kurse und eröffnen verstärkt Short-Positionen. Sichtbar wird das unter anderem über die Funding Rate. Die Funding Rate sorgt im Futures-Markt dafür, dass sich gehebelte Futures-Kontrakte am eigentlichen Spotpreis orientieren. Wird die Funding Rate negativer, zeigt das häufig, dass sich mehr Marktteilnehmer auf der Short-Seite positionieren und auf fallende Kurse setzen.
Daraus kann jedoch auch ein klassischer Short Squeeze entstehen. Müssen zu viele Short-Positionen gleichzeitig geschlossen werden, entsteht zusätzlicher Kaufdruck, weil Trader ihre Positionen zurückkaufen müssen. Dadurch können Kursbewegungen kurzfristig deutlich stärker ausfallen, obwohl ein großer Teil des Marktes eigentlich auf fallende Kurse setzt. Trotzdem bleibt unterhalb des aktuellen Kurses weiterhin erhöhte Liquidität bestehen. Vor allem der Bereich zwischen 1,37 und 1,35 US-Dollar bleibt kurzfristig wichtig.
Solche Zonen lassen sich über sogenannte Liquidation Heatmaps erkennen. Dort wird sichtbar, in welchen Kursbereichen besonders viele gehebelte Positionen liegen. Diese Bereiche wirken häufig wie eine Art Magnet für den Kurs, weil dort Stop-Loss-Orders ausgelöst und Positionen automatisch liquidiert werden können. Dadurch entsteht zusätzliches Handelsvolumen und oft auch erhöhte Volatilität. Deshalb bleibt weiterhin die Möglichkeit bestehen, dass XRP trotz der aktuellen Stabilisierung nochmals kurzfristig in diesen Bereich zurückläuft, bevor sich eine neue Richtung etabliert.
Während sich der XRP-Kurs charttechnisch weiterhin eher seitwärts bewegt, zeigen die aktuellen On-Chain-Daten zuletzt wieder deutlich mehr Aktivität im Netzwerk. Vor allem die Grafik zu den aktiven Adressen im XRP Ledger zeigt in der 1-Monats-Ansicht wieder steigende Werte. Besonders Ende April sowie in den vergangenen Tagen kam es zu sichtbaren Anstiegen bei den aktiven Accounts. In den Monaten zuvor war die Aktivität im Netzwerk dagegen deutlich niedriger. Das hing unter anderem mit der allgemein schwächeren Marktstimmung und der Skepsis vieler Marktteilnehmer zusammen.
XRP: Aktive Adressen. Quelle: CryptoQuant
Aktive Adressen gelten im Kryptomarkt als wichtiger Indikator für tatsächliche Netzwerkaktivität. Hinter diesen Daten stehen Transaktionen, Wallet-Interaktionen oder die allgemeine Nutzung des Netzwerks. Steigt dieser Wert über längere Zeiträume an, deutet das häufig darauf hin, dass wieder mehr Interesse und Aktivität in das Netzwerk zurückkehrt.
Obwohl XRP zuletzt keine starke Ausbruchsbewegung zeigen konnte, nimmt die Aktivität im Hintergrund trotzdem wieder zu. Im Markt scheint sich damit langsam wieder mehr Bewegung aufzubauen, während sich Marktteilnehmer zunehmend neu positionieren. Zusätzlich zeigt die Grafik zu den XRP-Reserven auf Binance zuletzt rückläufige Bestände. Das bedeutet, dass XRP verstärkt von Börsen abgezogen wird und dadurch kurzfristig weniger Angebot auf Handelsplattformen verfügbar bleibt.
XRP: Exchange Outflow. Quelle: CryptoQuant
Werden Coins von Börsen abgezogen, landen diese häufig in privaten Wallets oder werden langfristig gehalten. Dadurch sinkt der direkte Verkaufsdruck im Markt. Sollte die Nachfrage gleichzeitig wieder ansteigen, kann ein geringeres Angebot auf Börsen mögliche Kursbewegungen zusätzlich verstärken.
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